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Wenn bei Privatpersonen die Schulden anwachsen, kann das verschiedene Ursachen haben. Oft entstehen Schulden durch ungehemmtes Geld ausgeben oder wenn eine größere Anschaffung durchgeführt wurde, beispielsweise ein Hauskauf und sich danach die wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben. Häufige Ursachen sind eine langwierige Krankheit und dadurch der Wegfall des Arbeitseinkommens bzw. Arbeitslosigkeit mit einem geringeren Haushaltseinkommen. In allen Fällen dauert es meist sehr lange, um die angehäuften Schulden wieder zu tilgen. Oft haben Schulden auch weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit und die Psyche der Menschen. Eine wichtige Hilfe kann die Familie sein, aber auch ein professioneller Berater, der über seine Kontakte zu Banken und Institutionen beim Schuldenabbau weiterhelfen kann.
So entstehen Schulden
Eine große Gefahr, sich schnell zu verschulden, entsteht durch die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens mit Konto- oder Kreditkarten. Da die Abbuchung der Einkäufe erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, ist die Gesamtbelastung dem Einzelnen oft unklar. Kreditkartenunternehmen bieten zudem auch Teilzahlung an. Allerdings oft mit sehr geringen Raten. Dadurch wird die Tilgung des Kreditkartensaldos auf mehrere Jahre gestreckt, mit meist jedoch sehr hohen Zinsen, die oft die Höhe von Dispozinsen noch überschreiten. Der Zinssatz wird von einigen Kartenanbietern nur als Monatszinssatz angezeigt und wirkt auf den Karteninhaber dadurch geringer, als er in Wirklichkeit ist. Um die Zinsen der Anbieter miteinander vergleichen zu können, sollte immer der effektive Jahreszins herangezogen werden. Wie die Möglichkeit der Nutzung des Verfügungsrahmens einer Kreditkarte ist auch ein Dispositionskredit auf einem Girokonto eine gern verwendete Geldspritze, die schnell zu einer dauerhaften Verschuldung führen kann. Banken erhöhen die Verfügungsrahmen von Dispos und Kreditkarten oft auch automatisch. Kunden, die sich nicht verschulden wollen, sollten dieser Erhöhung des Limits widersprechen.
Auswirkungen von Schulden
Schulden wirken sich bei vielen Menschen auf die Psyche und die Gesundheit aus. Besonders deutlich wird das, wenn sich die Menschen der Schulden nicht bewusst sind, sie den Überblick über die monatlichen Belastungen verlieren und keinen Ausweg mehr wissen. Besondere Merkmale sind zum Beispiel ungeöffnete Rechnungen oder ein Zurückziehen der Person in die Isolation. Einige Menschen nehmen in dieser Situation auch Alkohol oder Drogen, um der Realität zu entfliehen. Wenn die Schuldentilgung nicht aktiv angegangen wird, kann dies noch weitere Folgen haben, zum Beispiel wird der künftige finanzielle Spielräume sehr stark einschränkt. Die Gläubiger haben die Möglichkeit, ihre Forderungen gerichtlich durchzusetzen und Mahnbescheide zu erwirken. Wird nicht gezahlt, kann der Mahnbescheid vollstreckt werden und ein Gerichtsvollzieher wird die offene Summe einziehen lassen. Der Mahnbescheid wird außerdem an die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) gemeldet. Das wiederum hat bei künftigen Kreditanträgen meist zur Folge, dass diese abgelehnt werden oder andere bestehende Kredite werden vorzeitig von Seiten der Bank gekündigt.
Beratung ist hilfreich
Wenn der Partner oder die Familie selbst beim Weg aus den Schulden nicht helfen kann, bietet sich die Nutzung professioneller Hilfe an. Diese gibt es unter anderem bei spezialisierten Schuldnerberatungen oder bei kirchlichen Einrichtungen. Die Schuldnerberater haben die Möglichkeit, Ordnung in die gesamte Schuldensituation zu bekommen und können mit den Gläubigern Gespräche führen, um eine Stundung oder eine Rückzahlung mit kleineren Raten zu vereinbaren.
Umschuldung als Weg aus der Schuldenfalle
Kreditkartenumsätze und beanspruchte Dispokredite können durch eine Umschuldung in geordneter Art und Weise abgezahlt werden. Meist bietet sich hierfür ein Ratenkredit an, der in kleinen monatlichen Raten abbezahlt wird. Mit dem Ratenkredit wird der Dispo- oder der Kreditkartensaldo abgelöst, so dass nur noch eine Verbindlichkeit aus dem Ratenkredit besteht. Damit keine weiteren Schulden entstehen, wird die Kreditkarte aufgelöst und der Dispokredit auf 0 Euro gesetzt. Ratenkredite sind bei vielen Banken zu niedrigeren Zinsen zu bekommen, während die Zinsen für die Kreditkartenteilzahlung oder für Dispokredite oft doppelt so hoch sind.
Einkommen erhöhen, Ausgaben reduzieren
Bei Schulden ist es sinnvoll, neue Schulden schneller zu tilgen. Das ist beispielsweise möglich, in dem Sparverträge, sofern keine Zinseinbußen entstehen, gekündigt werden und die Forderungen damit getilgt werden. Eine weitere Möglichkeit kann die Erhöhung des Einkommens sein. Zum Beispiel kann zeitlich befristet ein Nebenjob aufgenommen werden oder es wird geprüft, ob staatliche Zahlungen in Anspruch genommen werden können, wie das Wohngeld. Alle monatlichen Ausgaben sollten ebenfalls überprüft werden. Beispielsweise sind nicht alle Versicherungen notwendig, es werden preiswertere Möglichkeiten zum Telefonieren genutzt oder die Energiekosten werden durch einen Wechsel des Strom- Bei Ehepaaren sollte geprüft werden, ob ein Fahrzeug verkauft werden kann, sofern zwei Autos im Haushalt genutzt werden. Durch die verringerten Ausgaben steht mehr Geld zur Schuldentilgung zur Verfügung. Unter allen Umständen sollte versucht werden, die Miete und die Strom- und Gaskosten zu bezahlen, da sonst der Zwangsauszug oder die Zwangsabstellung der Energielieferungen besteht. Für die Wiederaufnahme der Strom- oder Gaslieferungen sind dann oft hohe Gebühren fällig, die den Schuldenberg weiter erhöhen.
Immer im Gespräch bleiben
Sind Schulden entstanden, sollte auf jeden Fall immer das Gespräch mit den Gläubigern gesucht werden. Oft gibt es Möglichkeit, dass die Schulden in Raten abbezahlt werden. Haben die Gläubiger ihre Forderung an Inkassounternehmen abgegeben, entstehen meist höhere Folgekosten. Die Gläubiger versuchen in der Regel mit ein bis zwei Mahnungen oder Zahlungserinnerungen ihr Geld zu bekommen. Erst danach werden rechtliche Mittel genutzt. Wenn alle Mittel versagen bleibt letztendlich nur die Insolvenz bzw. Privatinsolvenz.
Baufinanzierung
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