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Schulden & Insolvenz Hilfe Forum 06. September 2008, 03:37:42 *
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Autor Thema: Ich hab' den Faden verloren!  (Gelesen 638 mal)
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tradewind
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« am: 21. Juni 2008, 03:45:07 »

Hallo zusammen,

ich bin ganz neu in diesem Forum und versuche Ideen zu finden, wie ich meine verzwickte Situation angehen kann. Irgendwie passt das was ich lesen konnte alles nicht zu meinem Fall, koennt Ihr mir helfen oder wenigstens einen Tip geben wie ich am besten anfange?

Situation: waehrend meiner damaligen Ehe habe ich fuer meinen als Schreiner selbstaendigen Ehemann ein Darlehen in Hoehevon 180 T DM zur Umschuldung seines Firmen-Kontokorrents und seines Privatkontos mit unterschrieben (irgendwann in den 90ern). Bei der Scheidung (die sich 6 Jahre hinzog) liess sich keine Loesung fuer dieses Darlehen finden. Auch nicht fuer die 367 T DM (belegt) mit der ich seiner Fima finanziell ausgeholfen habe oder fuer 10 Jahre unbezahlte Arbeitszeit um ihn zu unterstuetzen (neben meinem Fulltime-Job), und natuerlich wurde auch der Versorgungsausgleich zu meinen Ungunsten durchgefuehrt.
Nach der Trennung Ende 2001 organisierte ich mir 3 Jahre unbezahlten Urlaub bei der Firma bei der ich angestellt war, war gleichzeitig arbeitsunfaehig erkrankt, hatte keine Krankenversicherung, damit auch keinerlei Einkommen, und zog ins Ausland. Trotz florierender Firma, versuchte mein Ex-Ehemann Unterhalt von mir zu beziehen. Mein Scheidungsanwalt wurde ueber Prozesskostenhilfe abgerechnet, hatte selbst gerade seine eigene Scheidung hinter sich und war nicht echt motiviert.

Mittlerweile bin ich Erwerbsminderungsrentner, zeitlich begrenzt.

Immer mal wieder kam ein Schreiben der Bank an die Adresse meiner Mutter, dass Darlehensraten ausstehen und es wurde mit Kuendigung des Darlehens gedroht (so etwa 2x im Jahr). Ich war viele Jahre lang nirgends gemeldet, im Moment bin ich allerdings in Deutschland gemeldet auch wenn ich da nicht lebe.

Dieses Jahr kamen drei Schreiben: eines im Januar dass Darlehensraten ausstehen. Die anderen beiden jetzt im Juni (1x per normaler Post, 1x per Einschreiben dass ich nicht abhole), dass ca. 16.000 Euro an Darlehensraten ausstehen, das Darlehen auf ca. 87.000 Euro angewachsen ist und sie hiermit die Geschaeftsverbindung kuendigen. Ausserdem wuerden sie den Ertrag meines Sparbuches in Hoehe von ca. 630 Euro einkassieren (da durfte ich die letzten Jahre eh' nicht dran auch wenn ich es dringendst gebraucht habe), mein Anteil an der Bank von 2 shares einkassiert wird, und ich nehme mal an, dass sie die Mitarbeiteraktien meines Arbeitgebers und meine festverzinslichen Wertpapiere fuer die Mietkaution meines Ex (ja, danke, auch darueber war keine Einigung bei der Scheidung moeglich) auch einkassieren werden (ca. 5500 Euro), auf meinem letzten Wertpapierauszug stand da schon "Blankozession".

Fragt mich jetzt bitte nicht, warum ich bloede Kuh das damals mit unterschrieben habe, ich kann mir in den Arsch beissen dafuer aber das hilft gar nichts. Die Bank sollte - das hab' ich denen zumindest in einem Gespraech vor ca. 2 Jahren gesagt - noch wissen, dass ich arbeitsunfaehig erkrankt bin, und nicht in Deutschland lebe. Der Mitarbeiter hat sich damals in der Akte Notizen dazu gemacht. Egal.

Ich hatte mich vor ca. 2 Jahren mal erkundigt: mit der Sache mit der Unzulaessigkeit meiner Unterschrift auf dem Darlehensvertrag kann ich nichts machen, da mein Einkommen zum Zeitpunkt als ich den Vertrag mit unterschrieben habe, leider zu hoch war. Ich vermute, dass die Bank das auch heute noch nachweisen kann, keine Chance also. Und vom Prinzip her koennte die Bank wohl auch den gesamten Betrag bei mir faellig stellen.

Meine Vermutung ist, dass sie meinen Ex jetzt mit gleicher Post informiert haben, seinen Werkstattinhalt demnaechst zwangsaufloesen werden, und dann versuchen sich den noch verbleibenden "Rest" von mir zu holen, oder umgekehrt? Ich hab' nicht die geringste Idee.

Koennt Ihr mir Tips geben, wie ich jetzt am besten die Weichen stelle um so wenig wie irgend moeglich gerupft zu werden? Ich bekomme es im Moment absolut nicht auf die Reihe.

Vielen Dank im Voraus und liebe Gruesse



« Letzte Änderung: 21. Juni 2008, 14:54:05 von tradewind » Gespeichert
smallville
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« Antworten #1 am: 21. Juni 2008, 14:23:58 »

Hallo Tradewind,

herzlich willkommen hier.

Mir stellt sich die Frage warum Du keine Insolvenz beantragst.
Du bist langfristig (?) arbeitsunfähig erkrankt.

Wovon lebst Du zur Zeit?

Bei einer Insolvenz bist Du in 6 Jahren schuldenfrei.

Momentan - mit den von Dir derzeit gelieferten Hintergründen - kann ich nicht ersehen wie Du auf "normalem" Wege von diesen doch sehr hohen Schulden anderweitig weg kommen könntest.

Vielleicht kannst Du etwas mehr zu Deiner Lebenssituation schreiben.

Wo lebst Du derzeit?

lg
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Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. (Kurt Tucholsky)
tradewind
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« Antworten #2 am: 21. Juni 2008, 15:12:51 »

Hallo Small,

danke fuer Deine Antwort.

3,5 Jahre lang hab' ich mich notduerftigst mit meinen damals ersparten 11.300 Euro am Leben erhalten, im Moment erhalte ich - zeitlich begrenzt - Erwerbsminderungsrente. Leben tue ich auf meinem kleinen, sehr alten Segelboot in internationalen Hoheits-Gewaessern.

Das mit der Insolvenz: ja und nein.

Auf der einen Seite straeube ich mich massivst dagegen, nachdem ich meinen Ex die ganzen Jahre ja finanziell bis zur Existenzvernichtung unterstuetzt hatte, auch fuer diesen Mist - den ich ja gar nicht kontrollieren kann - meinen Hals hin zu halten.
Auf der anderen Seite weiss ich nicht, wie hoch mein Anteil an dieser Schuld wirklich sein wird. Wie soll ich aber Insolvenz anmelden, wenn ich noch nicht einmal die Schuldsumme nennen kann? Da ich mich mit diesen Sachen ueberhaupt nicht auskenne denke ich, es waere wohl besser abzuwarten mit der Insolvenz bis dazu was feststeht, oder hab' ich das falsch?

Meine Gedanken gehen im Moment in folgende Richtung:
1. wenn ich das mit dem deutschen Rechtssystem noch gut genug in Erinnerung habe, kann die Bank ohne gerichtlichen Titel keine Zwangsmassnahmen gegen mich einleiten. Dafuer wuerde dann - falls das stimmt - eines Tages also ein Schreiben vom Gericht kommen ...
2. Einschreiben der Bank, nicht zugestellt, gelten als erhalten wenn die Adresse mit der Meldeadresse uebereinstimmt
3. Ausser diesem Sparbuch (s.o.) und den Aktien (s.o.) bei dieser Bank besitze ich nichts verwertbares in Deutschland. Allerdings: meine Erwerbsminderungsrente wird auf ein deutsches Konto ausgezahlt, was rechtlich auch nicht anders funktioniert, wobei noch nicht feststeht, ob sie verlaengert wird.
4. was aber, wenn ich mich  - wie damals - in Deutschland zum Ausland abmelde, und mich in keinem Land der Welt neu anmelde? Gehen tut das, solange man nicht am gleichen Platz bleibt, ich hab' das jetzt 6 Jahre lang so gemacht. Gilt dann meine letzte offizielle Adresse? Oder waere es cleverer, mich kurz wo anders in Deutschland anzumelden und mich dann ins Ausland abzumelden um es schwieriger fuer die zu machen?

Ich hab' kein Kraft mehr fuer diese Nervenkriege und das Elend mit den Anwaelten und Gerichten. Wegen dem Mist ueber Jahre hinweg bin ich arbeitsunfaehig krank geworden.

Liebe Gruesse
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smallville
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« Antworten #3 am: 21. Juni 2008, 15:46:21 »

Hallo Trade,

weißt Du, ich sehe es ein wenig anders als Du.

Es mag sein, dass einiges statt fand was nicht im Einklang mit Deinem Rechtsempfinden steht.

Dennoch hast Du etwas unterschrieben wofür Du nun haftbar gemacht wirst und das ist der Fakt.

Nervenaufreibender finde ich eher ständig auf der „Flucht“ zu sein, zu tricksen und nicht zu wissen wie es weitergeht, wie ich mich finanziere – was die Zukunft bring – und einen Weg zu suchen es dem Ex „heimzuzahlen“.

Ich persönlich würde die Vergangenheit ruhen lassen, auf mich schauen und mich bemühen dass ich in naher Zukunft wieder ein akzeptables und normales Leben führen kann (sofern das Dein Wunsch ist)

Eine Insolvenz zu beantragen ist Papierkrieg.
Man macht es mit der Schuldnerberatungsstelle oder einem Anwalt.

Dazu findest du hier im Forum sehr viel.
Auch wo man genaue Auskunft über seine Gläubiger bekommt , kennt man sie, kann man sie anschreiben.

Versuche erst einmal auf Dein Herz zu schauen WO Du hinwillst.
Es muss natürlich ein praktikabler und durchführbarer Weg sein.

Rachegedanken und Ungerechtigkeitsempfinden nützen Dir hierbei leider wenig.
Auch wenn ich es sehr gut nachvollziehen kann.

Nur damit tust Du Dir keinen Gefallen und es führt Dich nicht weiter – alles stagniert.

Was passiert z.B. wenn Du die Rente nicht mehr erhältst?
Möchtest Du denn gerne wieder arbeiten ?

Solche und ähnliche Fragen musst Du Dir beantworten können – dann kann es weiter gehen.

lieben Gruß
small
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« Antworten #3 am: 21. Juni 2008, 15:46:21 »


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tradewind
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« Antworten #4 am: 21. Juni 2008, 16:37:35 »

Hallo Small,

vielleicht kam das jetzt nicht gut 'rueber. Ich hab' kein interesse, meinem Ex etwas heimzuzahlen. Ich bin aus Deutschland weggegangen weil es weder rechtlich noch sonstwie einen anderen Weg gab, mein Leben vor ihm zu schuetzen.

Mit dem "etwas anderen" Leben das ich jetzt fuehre komme ich sehr gut zurecht, deutlich besser jedenfalls als jemals vorher in meinem frueheren Leben. Berufstaetig sein kommt fuer mich allerdings nicht mehr in Frage, und wenn ich aus Muelltonnen leben und unter Bruecken schlafen muesste.

Mir ist schon bewusst, dass ich fuer meine damalige Unterschrift haftbar gemacht werden kann - die Frage ist, wie hoch? Wie laeuft das ab? Und wo und wann komme ich ueberhaupt ins Spiel dabei? Einfach auf Verdacht einen Insolvenzantrag stellen wenn noch gar nicht klar ist ob und in wieweit ich betroffen bin - macht sowas Sinn?

Dieser "besonders" motivierte Scheidungsanwalt hat mir damals gesagt, dass ich kein Problem mit der Bank haben werde, wenn ich im Ausland bin. Stimmt das, oder war es einfach nur eine Behauptung weil er keine Lust hatte sich darum im Scheidungsverfahren zu kuemmern?

Und das naechste: es wird wohl kaum moeglich sein, dass jemand anderes diesen Papierkrieg fuer mich uebernimmt. Ich selbst bin aber nicht mehr in der Lage das gebacken zu bekommen. Macht es nicht gerade extra einfach ...

Liebe Gruesse
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MissTraut
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« Antworten #5 am: 21. Juni 2008, 17:10:00 »

Hallo ... es hilft alles nichts als sich letztlich den Schulden zu stellen ... wenn man irgendwann auch mal in Ruhe leben will ...

Helfen kann da ein Anwalt bzw. eine Schuldnerberatung ... Zur Vorbereitung sollte man jedoch schon versuchen, die Gläubiger aufzulisten ... ich denke schon, dass das möglich ist ... ggfs. ist auch eine Schufaauskunft hilfreich ... Gläubiger anschreiben und  erst mal den aktuellen Stand abfragen ...

Ich sehe es so wie smallville ...  thumbup

... und wenn Du in Deutschland wieder leben willst ... bedenke, im Winter ist es unter Brücken auch in D-Land verdammt kalt ... nein nun mal ernsthaft:  Finde heraus was Du wirklich willst ...

LG
MissTraut
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Bewältige eine Schwierigkeit
und du hältst einhundert andere von dir fern.
(Konfuzius)
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« Antworten #6 am: 22. Juni 2008, 02:55:14 »

Hallo MissTraut,

was ich moechte? Meinen Frieden! Nochmal in Deutschland leben? Nein.

Was die Auflistung von Glaeubigern, Schufa etc. anbelangt: es gibt nur einen einzigen Glaeubiger, und das ist die Frankfurter Volksbank mit dem Darlehen fuer meinen Ex. Ich selbst habe keine Schulden. Die Hoehe der Schuld wird in dem Kuendigungsschreiben, datiert auf diesen Monat, genannt, und ist sowas um die 87.000 Euro, muesste den Brief jetzt nochmal raussuchen fuer die Zahlen hinter dem Punkt.

Ich waer' schon froh, wenn ich das irgendwie fuer mich aus der Welt schaffen koennte, aber ganz bestimmt nicht um jeden Preis. Bei mir ist die Sensibitaets- und Schmerzgrenze bereits deutlich ueberschritten.

Danke uebrigens fuer Deinen Hinweis (das gilt natuerlich auch fuer Smalville!!!) mit der Schuldnerberatung, es war ein Schubs und ich hab´ vorhin Stunden vorm Internet gehockt um mir aus dem Schuldnerberaterverzeichnis jemanden herauszusuchen +  den anzuschreiben. Hm, ist zumindest mal ein Schritt ...

Liebe Gruesse



« Letzte Änderung: 22. Juni 2008, 02:59:06 von tradewind » Gespeichert
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« Antworten #7 am: 22. Juni 2008, 10:58:16 »

Liebe Trade,

das ist doch schon mal prima, dass es nur einen Gläubiger gibt.

Wenn Du mit einer Schuldnerberatung in Kontakt trittst, wird diese dann später den AEV (außergerichtlichen Einigungsversuch) machen und sollte dieser Scheitern, steht der Beantragung der Inso nichts mehr im Wege.

Das wäre doch eine schöne Sache zu wissen, dass Du in absehbarer Zeit diese Schulden los bist.

Das sollte Dich motivieren  wink

Nach all dem was Du durchgemacht hast - schaffst Du das bisschen "Nervenkrieg" auch noch  cheesy

Deutschland ist übrigens gar nicht so übel - vielleicht überlegst Du Dir das mit dem Zurückkommen ja später auch noch mal whistle

Und WIR alle aus dem Forum sind ja auch noch da um Dich zu unterstützen!!!
Du bist nicht alleine!

Lieben Gruß
small
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Schulden & Insolvenz Hilfe Forum
« Antworten #7 am: 22. Juni 2008, 10:58:16 »


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tradewind
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« Antworten #8 am: 22. Juni 2008, 12:13:43 »

Liebe Small,

danke fuer die lieben Worte, es ist ein gutes Gefuehl zu wissen man ist nicht der einzige, das war echt klasse!

Mit der Insolvenz, naja, bei meinem Stoebern hier im Forum hab´ich so das eine oder andere gelesen wie das so abgeht damit. Ich hab' mich damals - fuer meinen Ex - abgequaelt mit Gerichtsvollziehern und Vollstreckern vom Finanzamt ohne Ende. Ich hab' mich danach 3,5 Jahre lang mit nur 11.300 Euro durchgeschlagen, jeden Cent den ich damals ausgeben musste fuer Reis oder Salz oder Oel hat mir weh getan und konnte nicht ersetzt werden, Wasser gab's an der Quelle kostenlos, musst' ich aber weit schleppen, und wenn ich einen Fischhaken verloren habe war es ein Drama, es war hart.
Wenn ich dann lese dass ein Gerichtsvollzieher vorbeikommt um das letzte bisschen was ich habe wegzupfaenden (falls der ueberhaupt was pfaendbares finden sollte), der Treuhandverwalter kontrolliert, ob ich auch wirklich keine falschen Angaben mache und nicht doch irgendwo einen nie vorhandenen Luxus verstecke, da wird es mir jetzt schon schlecht. Und: es ist etwas, wo zumindest ein bisschen guter Wille von der offiziellen Seite noetig ist. Ich muss also lieb und freundlich sein und bitte bitte machen, bis wieder ein Idot (sorry fuer die Ausdrucksweise, ist nicht persoenlich gegen irgend jemanden gemeint) vor mir steht der mir unglaublich gerne eins auswischen moechte und der Meinung ist, er muesste mich noch ein Stueckchen tiefer in den Dreck treten um sein eigenes Ego zu befriedigen. Das ueberleb' ich nicht. Und weil ich weiss dass ich das nicht ueberlebe sage ich: nicht um jeden Preis!

Naja, vielleicht laesst sich ja mit der Schuldnerberatung im Vorfeld eine akzeptable Loesung finden. Oh, denen darf ich nicht vergessen zu sagen dass ich die Adresse ueber Euch gefunden habe!!!

Viele liebe Gruesse
Tradewind

« Letzte Änderung: 22. Juni 2008, 12:15:28 von tradewind » Gespeichert
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« Antworten #9 am: 22. Juni 2008, 12:23:26 »

LIebe Trade,

also sooo dramatisch ist es nicht ....

Mir z.B. hat niemand was weggepfändet.
Ich habe einen Fernseher, einen Computer und überspitzt ausgedrückt ein Dach über dem Kopf.

Die Schlimmste Zeit für mich war die Zeit VOR der Insolvenz.
Inkassobüros, Gerichtsvollzieher usw.

Kleinstraten gezahlt bis ich nichts mehr zu essen kaufen konnte usw.

In der Inso ist alles genau geregelt. Was Du abgeben MUSST etc.

Allerdings muss man sich auch nachweislich um Arbeit bemühen sofern man keine hat.
Von den gepfändeten Beträgen (sofern welche vorhanden - aus Arbeitsverhältnis) werden erst mal die Treuhand-und Gerichtskosten bezahlt.

Darüber hinaus dann der Gläubiger.

Es gibt zwar solche und solche Treuhänder - aber die meisten lassen einen im Großen und Ganzen in Ruhe.
Ich habe noch nie gehört oder gelesen, dass die einem ständig im Genick sitzen.

Meine z.B. glänzen überwiegend durch völlige Abstinenz  wink

Es kann also nur besser werden - Wasser aus der Quelle schleppen oder im Winter im Hausboot leben wäre für MICH weniger erträglich als eine anhängige Inso und ein ggf. "kontrollsüchtiger" Treuhänder.

Denn wo nichts ist - gibts auch nichts zu kontrollieren. Und spätestens wenn er das mitgeschnitten hat ist Ruhe.
Sofern Du überhaupt an solch übereifriges Exemplar geraten solltest  biggrin

Das wird schon, glaub mir.....

Vor ca. 1,5 Jahren saß ich auch noch in einem tiefen dunklen Verzweiflungsloch.....und der Weg in die Inso war der beste den ich gehen konnte.....

lg
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« Antworten #10 am: 22. Juni 2008, 12:48:09 »

Hallo Small,

danke fuer die vielen Info's! Es gibt mir ein bisschen besseres Bild von dem was mich da erwartet.

Sag' mal, das hatte ich auch irgendwo hier im Forum gelesen, im Falle der Insolvenz wuerden alle Lastschriften der letzten 6 Monate durch den Treuhaender zurueckgebucht. Macht der Treuhaender das grundsaetzlich, oder nach Gutduenken, oder nach bestimmten Kriterien?

Ich meine, wenn das grundsaetzlich so gemacht wird, muss ich auf der Stelle was mit meiner creditcard machen. Bargeldholen im Ausland ist teuer, deshalb hab ich, wenn's die Moeglichkeit gab, mit Karte bezahlt - ohne Gebuehren - und das wurde dann per Lastschrift von meinem Konto eingezogen. Kommt der Treuhaender und bucht die letzten 6 Monate zurueck, gibt's natuerlich Probleme mit der Kartenfirma! (Sorry, aber da ich ja bis zum Erhalt dieses Briefes von der Bank schuldenfrei war, hab' ich natuerlich sowas noch). Wie war das bei Dir, bzw. weisst Du da vielleicht sogar mehr drueber?

Liebe Gruesse
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« Antworten #11 am: 22. Juni 2008, 13:01:43 »

Hi Trade,

soweit ich weiß macht das nicht jeder Treuhänder.
Bei mir z.B. ist das nicht passiert.

Bei mir wurde "nur" das Konto kurzzeitig gesperrt - was aber Usus ist, da die Hausbank Deine evtl. pfändbaren Beträge nicht
kennt und somit sich schützt vor Haftbarkeit sofern Du ggf. mehr ausgibst als Du dürftest.

Der Treuhänder gibt das Konto dann frei - das dauert alles in der Regel ca. 1-3 Tage.

Darum sollte man wenn man in Inso geht nach Möglichkeit vorher alles auf Daueraufträge umstellen (Überweisungen bzw. Daueraufträge kann man nicht mehr holen) und das Konto so gut es geht "abräumen" und sein Geld zu Hause aufbewahren.

Wenn Du jetzt damit anfängst (Daueraufträge statt Lastschrift) verkürzt dies die mögliche Zeit SOLLTEST Du an einen TH geraten der sich diese (eigentlich eher seltene) Praktik zu nutzen macht.

Wie schon gesagt - ich bin in einer großen Kanzlei "abgegeben" worden und derweil hat mein Verwalter  3 mal gewechselt und es kümmert sich keiner wirklich um mich.

Ich bin brav und artig - melde alles was ich muss, führe lieb meinen pfändbaren Betrag ab und "nerve" ab und an mal mit ein paar Fragen die ICH habe - deren Beantwortung dauert dann immer und anhand dessen WAS geantwortet wird, merke ich dass die nicht mal wirklich Peilung haben was oder wer ich bin und was ich will :-)

Es gibt wohl auch Ekelpakete von TH aber man muss ja nicht gleich mit Pessimismus an die Sache ran gehen  wink

Richte Dir doch ein Guthabenkonto in D ein - das wäre m.E. die beste Lösung .

lg
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« Letzte Änderung: 22. Juni 2008, 13:04:11 von smallville » Gespeichert

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. (Kurt Tucholsky)
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« Antworten #11 am: 22. Juni 2008, 13:01:43 »


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« Antworten #12 am: 22. Juni 2008, 13:36:16 »

Hallo Small,

danke, das hoert sich schon gar nicht mehr so schlimm an!

Bitte bitte, eine Frage hab' ich noch: fuer mein Konto habe ich einen Dispo, fuehre mein Konto aber im Plus (meine Panik von damals steckt noch ganz ganz tief 'drin!!!). Was waere der Unterschied zu einem Guthabenkonto? Ich meine, ist das eine besondere Art Konto, oder ist es das gleiche was ich im Moment habe nur ohne den Dispo? Ich wuerde die Bank gerne behalten (Taunussparkasse), die Sachbearbeiterin die noch immer fuer mich zustaendig ist (wir haben beide drauf geachtet, "zusammen" zu bleiben) hat mir vor Jahren, als es ganz uebel war wirklich klasse aus der Klemme geholfen!

Liebe Gruesse
Tradewind
« Letzte Änderung: 22. Juni 2008, 15:41:43 von tradewind » Gespeichert
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« Antworten #13 am: 22. Juni 2008, 20:03:32 »

Hallo zusammen,

whow, eben hab' ich noch was ganz anderes 'rausgefunden bei meiner Suche in den alten Unterlagen von vor 2 Jahren: wenn ich nachweisen kann, dass ich das damals aus reiner emotionaler Verbundenheit unterzeichnet habe, besteht eventuell eine Moeglichkeit die Rechtmaessigkeit meiner Verwicklung in das Problem damit anzugreifen!!!

Schaetze, dass ich mir wohl schnellstens einen GUTEN Rechtsanwalt suchen sollte ...

Werd' jetzt noch mal suchen, ob ich hier im Forum was dazu finden kann. Ansonsten: ich bin weiterhin ueber jeden winzigsten Hinweis von Euch dankbar!!!

Liebe Gruesse
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« Antworten #14 am: 23. Juni 2008, 07:12:46 »

Guten Morgen Trade,

ein Guthabenkonto ist ein Konto ohne jeglichen offiziellen oder geduldeten Überziehungsrahmen.
Bei einer Inso wäre der Deine weg. Man würde ihn streichen - zumindest kenne ich es nicht anders.

Zu Deinem zweiten Posting möchte ich Dir die Hoffnung zwar nicht rauben, aber ich sehe die Chancen eher schlecht das durchzubekommen.
Das greift in der Regel WENN meist nur wenn die Ehefrau OHNE Einkommen als Bürge oder Mithafter in Anspruch genommen wurde.

Man spricht auch vom sogenannten "Hausfrauenkredit"

Hier unterstellt man eben diese emotionale Verbundenheit - es darf auch kein eigener Zweck mit dem Geld befriedigt worden sein (Kauf der gemeinsamen Küche o.ä.)

Es ist sehr sehr schwierig das durchzubekommen.

Eine Bekannte von mir probiert es gerade und es sieht eher schlecht aus.

Sie hat damals einen Kredit mitunterschrieben - 3 kleine Kinder und reine Hausfrau.......

Es zieht sich schon seit längerem und meine Erfahrungswerte sind: Recht haben und Recht kriegen sind zwei paar Schuhe.....

Aber vielleicht hast Du ja Glück.

lg
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