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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum 27. Mai 2012, 21:16:43 *
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Autor Thema: Investitionsabzugsbetrag gekürzt, versäbelt mich gerade mein StB?  (Gelesen 2959 mal)
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RainMan


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« am: 16. Oktober 2008, 21:17:19 »

Hallo, habe mit meiner 2007 Eikommensteuererklärung ein dickes Problem:

Vorabinfo zur Gesetzeslage:
Grundsätzlich ist derneue Investitionsabzugesbetrag höher wie der bisherige Betrag mit 154 tst €, der neue Betrag ist sogar 200 tsd €. Aber, ejtzt kommt es - der neue Investitonsbetrag ist im Gegensatz zum bisherigen Ansparrücklagebetrag nur möglich, wenn der Gewinn nicht mehr als 100 tsd € beträgt.

Weil mein Gewinn in 2007 um die 200 tsd ist, muss ich eine Einkommensteuerrückzahlung von 60.000 € ad hoc leisten. Das übersteigt meine derzeitigen Möglichkeiten bei weitem, da sich im November 2007 meine Frau von mir getrennt hat. Die hat das Thema schon lange vor mir gewusst und ist eben mit einem finanziell besser gestellten Versorger "durchgebrannt".


--> 2003 erstes Quartal schlechtestes Ergebnis mit 4 Monaten komplett ohne Auftrag.
--> 2003 endlich wieder Aufträge von Daimler Chrysler
--> 2004 Beginn der Tilgungen der aufgenommenen Kredite
 
--> 2007 erstes Quartal Erstes Jahr ohne Kreditverbindlichkeiten, aber keine Liquidität um die vorherigen Ansparabschreibungen zu tilgen
--> 2007 letztes Quartal Meine Frau verlässt mich und zieht aus (völlig ohne Ankündigung) mit dem enstprechenden Chaos an Kontenständen/ Buchhaltung
 
--> 2008 zweites Quartal -> so langsam lichtet sich das Chaos und ich bekomme einen Überblick in die gesamten Verbindlichkeiten
--> 2008 letztes Quartal Steuerberater weist nicht auf Ende der Ansparabschreibung hin mit den Folgen (siehe Schreiben des StB als Anlage)
 
Zitat Anfang 
... Folge dieser Feststellung ist, dass wir leider um die Einkommensteuer-Nachzahlung in Höhe von rd. 60.000 € nicht herumkommen ...
Zitat Ende

 
Der StB schlägt vor, eine GmBH zu gründen (umgehendst; als Allheilmittel gegen das Finanzamt). Ich habe das Haus über Lebensversicherungen abgesichert, an die 100.000 € getilgt. Lösungsvorschläge des StB werden im Gespräch zum Thema "Was tun" immer mehr kontrovers zu dem, was ich dazu denke.
 
Bin hoch verunsichert über Aussagen wie:
 
"... Ihre Frau braucht da bis jetzt noch nichts zu wissen ..."
 
"... die GmbH müssen Sie haben, denn das sind dann getrennte Unternehmen und da kann das FA nicht drauf zugreifen und nicht Ihren Lohn pfänden"
 
" ... mit dem Finanzamt zu verhandeln ist nicht sinnvoll, wir können lediglich die Abgabe von 2007 bis in den April hinaus strecken..."
"... ich denke, dann müssen Sie im April eben eine eidesstattliche Erklärung abgeben ..."
 
"... das Haus in der Bankenkrise zu verkaufen, das müsste doch gut machbar sein ..."
"... dann verkaufen Sie eben Ihr Haus, schlafen können Sie auch woanders ..."
"... sie müssen eben schnell verkaufen, auch wenn Sie Verluste machen dann haben Sie das Problem mit den FA vielleicht (!!) gar nicht .."
 
Spätestens bei dem Thema "eidestattliche Erklärung" und dem Zugriff des FA's auf meine Lebensversicherung sind mir dann erhebliche Zweifel gekommen, ob ich diesem Mann dann noch folgen will und ihm vertrauen kann.

Wer weiss Rat und wie wird diese Situation von Dritten hier im Forum eingeschätzt? Danke schon mal im voraus!

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ThoFa
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« Antworten #1 am: 20. Oktober 2008, 09:44:46 »

Hallo,

das nenne ich mal einen großen Sch...lamassel.

Zunächst mal eins, einen Steuerberater in die Haftung zu nehmen ist nahezu unmöglich, aber prüfen sollte man dies schon.

Ganz falsch wäre es nun, sinnlos eine GmbH zu gründen. Hier spielen die Themen Vermögensverschiebung (bei fremden Gesellschaftern) oder Pfändung der Geschäftsanteile (wenn Sie selber Gesellschafter sind) eine Rolle.

Das positive ist, dass Sie noch etwas Zeit haben, sich eine gute Strategie zu überlegen. Sie sollten sich in eine gute Beratung begeben.

MfG

ThoFa
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RainMan


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« Antworten #2 am: 20. Oktober 2008, 19:35:37 »

Vielen Dank! Ja, das sehe ich genauso. 
Zitat
Ganz falsch wäre es nun, sinnlos eine GmbH zu gründen. Hier spielen die Themen Vermögensverschiebung (bei fremden Gesellschaftern) oder Pfändung der Geschäftsanteile (wenn Sie selber Gesellschafter sind) eine Rolle.

Deswegen habe ich die Gründung gestoppt und mir einen Berater gesucht, wo ich morgen den ersten Termin habe. Werde weiter berichten ... mad2
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ThoFa
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« Antworten #3 am: 20. Oktober 2008, 21:20:34 »

Hallo,

mein erster Gedanke war, auf Bilanz umzustellen. Da gilt m.E. die 100T€ Regelung nicht. Hab aber nicht zuende gedacht, also vielleicht mal die Überlegung weiterspinnen....

MfG

ThoFa
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RainMan


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« Antworten #4 am: 21. Oktober 2008, 22:20:48 »

Also, um's kurz zu machen für heute:

Das Schreiben des StB ist nur die halbe Wahrheit. Es kommen für 2007 also 60 tsd an Nachforderung und dann für 2008 nochmals. Summa 120 tsd.

Holla ... das ist es nun ... wieder ein Pleitier mehr in Deutschland. Mir ist das langsam egal. Habe insgesamt 5 Hörstürze hinter mir und einen Schlaganfall und habe mich immer wieder derrappelt.   juchu

Das Thema stehe ich auch noch durch. Konnte 2003 nicht mehr als 200 Meter an einem Stück laufen, heute laufe ich 3x in der Woche 5 bis 7 Kilometer, das mit 50 Lenzen auf der Backe.  thumbup
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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum
« Antworten #4 am: 21. Oktober 2008, 22:20:48 »



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Lolly
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« Antworten #5 am: 21. Oktober 2008, 22:46:58 »

Hallo RainMan.

Meinen allerhöchsten Respekt vor dir. Ich kann dir zwar keine "sachdienlichen Hinweise" geben aber ist es das alles Wert.

In deinem Alter, wie ich auch, sollte die Gesundheit an oberster Stelle stehen.

Wenn du meinst, dass du damit weiterkommst....OK! Ich kenne da was von... sad

Solltest du aber absehen können, dass du als Verlierer aus der Sache hervorgehst... denke an die Gesundheit!!!

Das ist es nicht Wert...eigene Erfahrung!!

LG Lolly
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lucca_m
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« Antworten #6 am: 22. Oktober 2008, 08:44:38 »

Ihren Beitrag, lolly, verstehe ich nicht.
Dei Gesundheit ist doch top: "...heute laufe ich 3x in der Woche 5 bis 7 Kilometer, das mit 50 Lenzen auf der Backe...."

Das Einzige was RainMan fehlt ist das Wissen um die Möglichkeiten, seine wirtschaftliche Situation in den Griff zu bekommen. Und Resignation ist sicher kein guter Berater. Da kenne ich hier im Forum bessere!
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RainMan


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« Antworten #7 am: 22. Oktober 2008, 21:21:19 »

Zitat
Das Einzige was RainMan fehlt ist das Wissen um die Möglichkeiten, seine wirtschaftliche Situation in den Griff zu bekommen. Und Resignation ist sicher kein guter Berater. Da kenne ich hier im Forum bessere!

Hallo, dann weisst Du sicher wie ich bis zum April 2009 dem FA nur mal eben 120 tsd Euro auf den Tisch lege?  mad2

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Lolly
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« Antworten #8 am: 22. Oktober 2008, 22:48:47 »

@ lucca_m

dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. uneinsichtig

@ RainMan

trotzdem alles Gute von mir. gruebel

LG Lolly
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RainMan


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« Antworten #9 am: 23. Oktober 2008, 18:35:03 »

Das Problem ist wirklich, dass mein StB bis vor zwei Wochen noch der Annahme war, ich könnte wieder die Ansparrücklage (jetzt Investitionsrücklage) bilden. Aber das geht ja mit der 2008er Steuergesetzgebung nicht.

Durch die verspätete Erkenntnis bin ich in enormen Zugzwang, mein Haus zu verkaufen. Schaffe ich das, geht es fast Null auf Null auf.  Schaffe ich es nicht, wird das Haus versteigert.

Ja, und diese Woche mit den Insolvenberater meinte er, es wären nicht 60 tsd, sondern 120 tsd. Das alles in einem Schuss an das FA zu überweisen, das kann ich nicht.  wow

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RainMan


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« Antworten #10 am: 30. Oktober 2008, 23:24:00 »

Hallo Ihr schlauen ...  rougi
Ich habe mal nachgerechnet  und überlegt ...ich versuche mal das Dilemma in wenige Sätze zu fassen:
 
Hausverkaufswert (wenn es zu verkaufen ist) realistisch ist 360000 €. Getilgt am Haus ist auf 300.000 € , d.h es wären 60tsd über den Hausverkauf freizubekommen.
 
Meine Lebensversicherung ist Rückkaufswert 50.000 €. Summa ergibt das mit meinen Barmitteln von 25.000 €
 
60.000 € aus dem Haus
50.000 € aus der LV
25.000 € aus den Barmitteln
=======
135.000 € verfügbar ... gegenüber gestellt einer Forderung vom FA für 2007 und 2008 von 120.000
 
So, und da mein Steuerberater bis in den Oktober das Thema der Finanzamtforderung nicht erkannt hat, komme ich in den Zugzwang einer Privatinsolvenz.

Frage: Wie geht man da weiter vor? Was ist verhandelbar?  cry

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lucca_m
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« Antworten #11 am: 31. Oktober 2008, 08:37:55 »

Hallo, dann weisst Du sicher wie ich bis zum April 2009 dem FA nur mal eben 120 tsd Euro auf den Tisch lege?  mad2

April 2009 ist eine sehr lange Zeit, vorallem, wenn man sich wie Sie in der insolvenznahen Phase befindet. Ihr Geschäft scheint zu funktionieren. Liquidität ist wohl auch noch vorhanden.

Lassen Sie den Steuerberater die STEUERberatung machen und nehmen Sie sich für Ihre wirtschaftlichen Belangen einen WIRTSCHAFTSberater. Das wird dieses Forum - so excellent es auch ist - nicht leisten können. Aber der eine oder andere Moderator (!) bestimmt.  Investieren Sie Ihre Mittel in eine effektive Lösung.

Zu welchem Ergebnis sind Sie in Ihrem Beratertermin gekommen?
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RainMan


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« Antworten #12 am: 31. Oktober 2008, 09:17:30 »

Hallo Lucca_m,

schön daß wir da weitergehen und Sie mich dabei begleiten. Ich versuche erst einmal mich in die Themeneinzulesen und den Schadensumfang zu erfassen.

Zitat
April 2009 ist eine sehr lange Zeit, vorallem, wenn man sich wie Sie in der insolvenznahen Phase befindet. Ihr Geschäft scheint zu funktionieren. Liquidität ist wohl auch noch vorhanden.

Das hoffe ich, allerdings hätte mich mein alter StB viel früher über das Dilemma aufklären sollen. Der wollte bis zum Schluss eine Ansparabschreibung bilden - bar der Kenntnis dass 2008 das mit meinem Gewinn nicht mehr möglich ist - und schlug mir dann noch eine GmbH Gründung vor!

Da würde mich interessieren, ob ich den nicht verklagen kann, eben auch weil mein Bruder Anwalt ist und ich recht gute anwaltliche Vertretung hier habe.

Zitat
Lassen Sie den Steuerberater die STEUERberatung machen und nehmen Sie sich für Ihre wirtschaftlichen Belangen einen WIRTSCHAFTSberater. Das wird dieses Forum - so excellent es auch ist - nicht leisten können. Aber der eine oder andere Moderator (!) bestimmt.  Investieren Sie Ihre Mittel in eine effektive Lösung.
thumbup Ja, eindeutig. Habe allerdings Angst, es ist zu spät und alle um mich rum- inklusive meinem neuen StB reden von EV und Privatinsolvenz. Der Gedanke mich noch vor dem Absaufen zu retten, wurde nicht erörtert.

Auf jeden Fall haben wir unseren alten StB gestoppt und der neue StB ist Steuerberater Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH) und Insolvenzberater / verwalter.

Der nächste Termin fällt auf den 20.11.08 und dann werde ich mehr wissen, wie es weitergeht. Ich bin erst einmal an einer Fragenliste, wo ich die Probleme priorisiere und dann abarbeiten möchte mit Ihm.

Vielen Dank, werde mich wieder hier melden.  cheesy
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lucca_m
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« Antworten #13 am: 31. Oktober 2008, 10:00:44 »

Kleine Anmerkung: Ein Insolvenzverwalter wird nie ein Insolvenzberater - es ist immer ein entweder oder -  besonders dann nicht, wenn bei Ihrem Status zur "Privatinsolvenz " rät.
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RainMan


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« Antworten #14 am: 31. Oktober 2008, 11:29:36 »

Zitat
Ein Insolvenzverwalter wird nie ein Insolvenzberater

Danke für den Hinweis. Aber auf hier gibts die Forenregeln steht:

Seit 2002 sind Menschen mit Schulden der Inhalt meiner Arbeit. Ich arbeite einerseits für Insolvenzgerichte als Insolvenzverwalter und als Treuhänder. Sehr gerne berate ich Unternehmer und Privatmenschen mit finanziellen Schwierigkeiten.

... gruebel Habe ich das etwas falsch verstanden?


edit by paps : Forenregeln
edit by RainMan : Forenregeln jetzt gelesen und werden angewendet
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2008, 19:25:08 von RainMan » Gespeichert
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