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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum 28. Mai 2012, 05:35:34 *
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Portyx
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« am: 14. Dezember 2010, 19:31:01 »

Hallo zusammen,

ich hoffe mal, mir kann hier jemand evtl. ein paar Ratschläge geben, da ich mich mit der Materie Schulden nicht wirklich auskenne und mir darüber bis heute (zum Glück) auch keinen Kopf machen musste.

Es geht dabei um meine Eltern (beide Anfang 60). Mein Vater (der alleinige Verdiener) hatte vor ein paar Monaten eine Bandscheiben-OP und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Er ist seitdem krank geschrieben und bekommt Krankengeld. Es ist offensichtlich, dass sein Gesundheitszustand mit der Arbeit zusammen hängt, da er dort schwer schleppen muss es eine körperlich anstrengende Arbeit ist. Meine Mutter hat schweres Rheuma, an eine Arbeit ist daher auch seit Ewigkeiten nicht zu denken.

Jedenfalls haben meine Eltern ein eigenes Haus und ich dachte bisher, das wäre längst abbezahlt. Allerdings haben sie mir heute erzählt, dass die Firma meines Vaters damals pleite gegangen ist und daraus resultierend und durch verschiedene unglückliche Umfinanzierungen heute auf dem Haus noch eine Schuld von 170.000 Euro liegt. Mit dem bisherigen Einkommen meines Vaters waren zumindest die monatlichen Zahlungen bislang kein Problem, jetzt sieht es aber so aus, als ob mein Vater in Rente gehen müsste. Aufgrund der langen Selbständigkeit, während der er nur die Mindestbeiträge in die Rentenversicherung bezahlt hat, würde er aber jetzt nur knapp 1000€ Rente monatlich erhalten, wovon die knapp 850€ monatliche Rate aufs Haus und alles Andere bezahlt werden soll. Eventuell käme noch eine geringe Berufsgenossenschaftsrente dazu, aber da ist noch nichts Konkretes dazu bekannt. Das das nicht funktionieren wird ist jedenfalls
ziemlich offensichtlich...

Ich wohne ca. 20km entfernt, ebenfalls in einem eigenen Haus (in dem noch Platz ist), daher wäre es zumindest eine letzte Möglichkeit, meine Eltern zu mir zu holen, wenn sie ihr Haus verkaufen müssten (wobei das wohl für beide Seiten nicht unbedingt prickelnd wäre).

Das Problem ist allerdings, dass ich davon ausgehe, dass meine Eltern für ihr Haus vielleicht höchstens 130-140 TEUR bekommen werden, so dass am Ende sicher noch ein ordentlicher Betrag übrig bleibt, d.h. wenn sie hinterher von 1000€ monatlich noch Schulden tilgen müssen und evtl. eine Wohnung bezahlen müssen, wird auch das nicht funktionieren.

Was ich gerne wissen möchte wäre, was passiert, wenn die Raten bei der Bank nicht mehr bezahlt werden können ? Ich gehe davon aus, dass die Bank dann eine Zwangsversteigerung einleitet, aber ist damit die Schuld dann abgegolten ? Also z.B. wenn nach der Zwangsversteigerung noch eine Summe X übrig bleibt, müssen meine Eltern dann weiterhin dafür aufkommen ? Wenn Sie das nicht können, werde ich dann als Nächster belangt ? Oder erlischt die Schuld komplett sobald die Bank das Haus an sich zieht und veräußert ?

Ansonsten wäre ich auch für generelle Ratschläge dankbar.
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Fallera
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« Antworten #1 am: 15. Dezember 2010, 08:03:55 »

"Was ich gerne wissen möchte wäre, was passiert, wenn die Raten bei der Bank nicht mehr bezahlt werden können ? Ich gehe davon aus, dass die Bank dann eine Zwangsversteigerung einleitet, aber ist damit die Schuld dann abgegolten ? Also z.B. wenn nach der Zwangsversteigerung noch eine Summe X übrig bleibt, müssen meine Eltern dann weiterhin dafür aufkommen ? Wenn Sie das nicht können, werde ich dann als Nächster belangt ? Oder erlischt die Schuld komplett sobald die Bank das Haus an sich zieht und veräußert ?"

- Wenn Die Raten bei der Bank nicht mehr gezahlt werden, so wird alles den gewohnten Gang gehen, sprich Mahnverfahren, Kreditkündigung, Zwangsversteigerung...

- Nach einer Zwangsversteigerung wird das Grundbuch Schuldfrei gemacht, sprich der neue Käufer erwirbt das Objekt ohne Altschulden. Ergo: Auf evtl. Restschulden bleiben Ihre Eltern sitzen und die Bank kann diese Gegenüber Ihren Eltern wieder einfordern.

Bez. der Schulden Ihrer Eltern können sie nicht belangt werden.

Anderst sieht es aus, wenn sich Ihre Eltern finanziell ruinieren würden und später als soziale Pflegefälle dem Staat auf der Tasche liegen würden. Dann nimmt Väterchen Staat gerne auch die nächsten Angehörigen in die Haftung bez. Pflege, Betreuungskosten etc.

Zu überlegen wäre es, mit der Bank bez. einer Herabsetzung der monatlichen Rate zu sprechen. Wenn es gar nicht anderst geht bleibt die Überlegung, dass Haus zu verkaufen.
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« Antworten #2 am: 15. Dezember 2010, 12:57:20 »

Vielen Dank schonmal für Ihre Antwort,

die Rate herabsetzen zu lassen war auch eine Überlegung, allerdings sehe ich das nicht als realistisch an. Bei einem mtl. Einkommen von 1000€ von dem man ja auch noch leben muss, Fixkosten wie Telefon, Strom etc. bezahlen muss, wären da vielleicht noch 200-300 € wenn überhaupt übrig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es möglich ist, die Bankraten so weit runter zu setzen.

Auch wenn die Frage vielleicht dumm ist, wie gesagt, ich habe mich bisher nie mit dieser Problematik beschäftigen müssen, aber gibt es vielleicht eine Möglichkeit, Sozialhilfe o.Ä. zu beantragen um das Einkommen zu verbessern ? Oder gibt es generell sonstige staatliche Leistungen die meine Eltern erhalten könnten, um in Ruhe ihr Rentenalter verbringen zu können ? Wäre Privatinsolvenz eine Möglichkeit ?
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Fallera
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« Antworten #3 am: 15. Dezember 2010, 13:32:06 »

Bez. Unterstützung (Wohngeld, Sozialhilfe evtl. Zuschuss zur Grundsicherung)wenden sie sich am besten an das zuständige Sozialamt.

Aber wie schon oben Beschrieben sind nach §1601 BGB erstmal die Kinder in der Pflicht Ihren Eltern bei Bedürftigkeit Unterhalt zu gewähren. Sprich beim Antrag auf Grundsicherung etc. wird auch das Einkommen/Vermögen der Kinder berücksichtigt falls vorhanden.

http://dejure.org/gesetze/BGB/1601.html

Ob eine Privatinsolvenz eine Lösung ist, kann man pauschal nicht beantworten. In jedem Falle würde ich einen Termin bei einer Schuldnerberatung machen um evtl. Lösungsansätze herauszuarbeiten.
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2010, 13:42:19 von Fallera » Gespeichert

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