Ich bin kein Schuldner, sondern Vermieter. Ich stehe vor der Frage, ob ich einem Arzt, der sich in der Wohlverhaltensphase befindet (angeblich noch 2 Jahre) Praxisräume vermieten soll.
Das kann man ja recht einfach rausfinden unter
http://www.insolvenzbekanntmachungen.deGenerell ist das ja immer auch ein Stück weit Vertrauenssache und Bauchgefühl.
Ich denke aber dass ein Mieter der ein Insolvenzverfahren durchläuft nicht unbedingt als künftiger säumiger Mieter einzustufen ist. Dazu sind schon auch Entbehrungen notwendig im Verfahren, das ist ja kein Zuckerschlecken. Sofern das Verfahren nur noch 2 Jahre läuft, hat er schon mal 4 Jahre hinter sich und die Ernsthaftigkeit unter Beweis gestellt. Ja und ganz sicher lernt der überwiegende Teil der Schuldner auch aus den Erfahrungen und ist bestrebt ein weiteres Insolvenzverfahren zu vermeiden und künftig nur noch Verbindlichkeiten einzugehen, die man auch erfüllen kann.
Also wenn sonst nichts gegen den Mieter spricht bis auf die Tatsache, dass er mal auf die Nase gefallen ist und ein Insolvenzverfahren durchführt bzw. durchführen muss, dann würde ich diesem durchaus vermieten. Als Sicherung hat man ja zum Einen die Kaution und Vermieterpfandrecht. Und letztlich kann man auch mit einem anderen Mieter auf die Nase fallen. Eigentlich spricht nach meiner Erfahrung die Insolvenz für den Mieter, weil dieser unter Aufsicht einer kompetenten Person (Treuhänder) in einem geordneten Finanzzustand lebt. Wenn ich dagegen an andere vermeintlich solvente Mieter denke, die eigentlich schon kurz vor der Insolvenz stehen ohne es zu wissen.