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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

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Autor Thema: Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend  (Gelesen 1972 mal)

ketamin


gerade eben gelesen. Vllt besteht ja für viele hier doch noch die Hoffnung das der lästige Eintrag verschwindet

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/rechtsexperten-schufa-eintrag-nach-ende-des-insolvenzverfahrens-ist-diskriminierend-a2339477.html
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Momo72

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #1 am: 04. Februar 2018, 20:18:20 »

ich muss ganz ehrlich sagen das ich es unmöglich finde das dieser eintrag noch solange in der schufa steht. ich bin eindeutig nicht dafür das es dem schuldner zu leicht gemacht werden sollte die insolvenz zu durchlaufen, immerhin sehen gläubiger in der regel fast vollkommen "in die röhre" und ein lerneffekt sollte auch dabei sein.
aber ich habe die insolvenz zusammen mit meinem ehemann durchlebt, und ich finde sowohl für ihn als schuldner und als auch für mich als ehefrau war die zeit nicht leicht. unsere freude und erleichterung das die jahre vorbei waren dann umso größer. bis wir bemerkt haben das sich im grunde nichts geändert hat, da der eintrag ja noch in der schufa steht. ok, er muß von seinem gehalt nichts mehr abgeben ( was ehrlich gesagt immer nur ein paar euro waren da man(n) heutzutage eh nur noch von einer zeitarbeitsfirma zur nächsten geschoben wird) aber an seiner kreditwürdigkeit hat sich nichts geändert.

besonders bitter bei uns das die einträge ja auch noch immer nur zum jahreswechsel gelöscht werden! da sein PI anfang des jahres eröffnet wurde und auch die RSB anfang des jahres war steht sie bei ihm fast vier jahre noch in der schufa.

also obwohl er aus der insolvenz raus ist zusätzliche vier jahre keine kreditwürdigkeit :angry:
das sich das allerdings ändert glaube ich nicht wirklich
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Der_Alte

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #2 am: 04. Februar 2018, 22:51:21 »

Sorry, aber dieses Gejammer nach einem "guten" Schufaeintrag zeigt mir, dass das Problem Überschuldung noch immer nicht begriffen wurde.
Nahezu alle, mich eingeschlossen, sind wegen der Kredite der Banken in die Insolvenz gegangen. Nicht, weil die Banken zu großzügig waren, sondern weil wir uns schlicht verschätzt haben, wie leistungsfähig wir selbst waren. Und dass waren wir in den seltensten Fällen. Im Regelfall haben wir auf Pump gelebt und die Kreditlinien der Banken und Kreditkartenunternehmen weidlich ausgenutzt. Solange es uns die Schufa etc. ermöglicht haben, sind wir fröhlich zu den Banken marschiert und haben umgeschuldet.

Nach der Insolvenz und der RSB sollte doch die Erkenntnis gewachsen sein, dass wir mit dem auskommen müssen, was wir an monatlichen Einnahmen haben und für diejenigen Anschaffungen, die wichtig sind, sparen müssen! Und dann ist die Schufa und die sogenannte verminderte Kreditwürdigkeit in den ersten Jahren nach der Insolvenz doch völlig egal.

Für mich steht jedenfalls fest, dass ich nie wieder bei einer Bank einen Kredit aufnehmen will, nicht einmal, um ein Auto zu kaufen. Lieber fahre ich ein nicht standesgemäßes altes Auto, dass mich verlässlich zur Arbeit trägt als das ich wieder, wie früher, mich für um des Ansehens Willen verschulde. Aber, wenn ich mit die ständige Diskussion um den Schufa-Score ansehe, hat nicht jeder die erforderlichen Schlüsse aus der Insolvenz gezogen. Schade eigentlich!
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katzenfrau2

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #3 am: 05. Februar 2018, 17:28:52 »

@der Alte:
Stimmt. Wenn ich im nächsten Jahr im Sommer hoffentlich damit durch bin, habe ich monatlich fast 500 € mehr als jetzt. Das ist fast unbegreiflich viel. Soviel habe ich durch die ewigen Schulden noch nie wirklich gehabt. Dann soll mir der Schufa-Eintrag doch egal sein. Versicherungen, Handy, TV etc laufen weiter. Ichnhabe nicht vor, mich nochmal zu verschulden.
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HausH

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #4 am: 05. Februar 2018, 17:40:42 »

moin,

nette Diskussion, ich schließe mich mal an. @ Der Alte, ich sehe das ein wenig anders, bin vermutlich auch eine Ausnahme weil mein Schuldenhintergrund die Selbstständigkeit war. Aber ja, auch hier war eine Bank beteiligt, die Bank die mir mein Girokonto gekündigt hat und so für die Insolvenz gesorgt hat.

Können die machen,hab ich gelernt...Begründung der Bank, wir sind eine Privatkundenbank und ich wäre selbstständig.

Ich hätte kein Problem damit einen schlechten Schufaeintrag zu haben, wenn der Schufaauszug bei der Wohnungssuche nicht gefordert wird. Genau das ist nämlich das größte Problem...und meine Miete, habe ich bisher immer zahlen können. Das Erfährt die Schufa natürlich nicht...33 Jahre solventer Mietzahler :)

gruß HausH

« Letzte Änderung: 05. Februar 2018, 19:22:31 von HausH »
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Wandervogel

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #5 am: 05. Februar 2018, 19:46:37 »

Es ist in der Tat das Problem, dass bei der Wohnungssuche noch ein Negativeintrag eine Rolle spielt, der faktisch unberechtigt ist. Das kann eine bürgerliche Existenz durchaus gefährden.

Denjenigen die sich darüber ärgern zu unterstellen, sie seien bloß schuldengeil, so interpretiere ich jedenfalls den Alten, finde ich ziemlich daneben.
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Der_Alte

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #6 am: 05. Februar 2018, 20:32:10 »

Ich unterstelle niemandem, schuldengeil (was immer es auch sein mag) zu sein, sondern merke bei vielen Posts rund um das Thema Schufa, dass etliche nichts aus der Insolvenz gelernt zu haben scheinen. Da wird, noch vor Erteilung der RSB schon wieder über Autoleasing, Dispokredite und ähnliches fabuliert, dass einem schlecht werden kann.

Die Insolvenz eines Selbständigen hat häufig andere Ursachen und ist auch grundsätzlich anders zu werten. Und doch gilt für alle, die das Insolvenzverfahren durchlaufen (haben): Überdenke das Verhalten, was zu deiner Überschuldung geführt hat. Änderst du dieses Verhalten nicht - und dass mutmaße ich bei manchem besagter Posts - dann schnappt die Schuldenfalle demnächst wieder zu. Nach der Insolvenz ist vor der Insolvenz?

Und ob der Negativeintrag in der Schufa tatsächlich dafür ausschlaggebend sein soll, dass man keine Wohnung findet, deckt sich zumindest nicht mit meinem Erfahrungshorizont. Meine Schufa war pechschwarz mit nicht nur einem Negativeintrag. Und trotzdem habe ich einen Vermieter gefunden, der sich zwar eine Schufaauskunft vorlegen ließ, dann aber doch das Vertrauen hatte, es mit mir zu versuchen. Und wir leben seit einigen Jahren gut damit, dass wir seinerzeit den Vertrag eingegangen sind. Ist allerdings ein Privatvermieter. Und ich glaube, solche Vermieter sind vielleicht selten, aber doch zu finden.
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KarlPaul

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #7 am: 08. Februar 2018, 09:00:32 »

Ich hatte während der WVP eine Wohnung gesucht und mit "dieser" Schufa bekommen.
Hängt davon ab wie der Vermieter drauf ist und wie man es verkauft.   
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Ehefrau

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #8 am: 11. Februar 2018, 17:05:39 »

Hier im Ballungsraum Berlin geht mit einer negativen Schufa nichts.
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Momo72

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #9 am: 13. Februar 2018, 15:15:40 »

also schon mal jedem zu unterstellen das er aus der insolvenz nichts gelernt hat nur weil man sich über diesen schufaeintrag und deren folgen ärgert finde ich schon mal ziemlich unverschämt.
immerhin geht es hier größtenteils nicht darum wieder neue schulden zu machen, sondern oft, wie hier schon erwähnt, darum eine wohnung zu bekommen, eine kreditkarte ( und die muß man nicht zwingend haben wollen um gleich wieder schulden zu machen, die braucht man heutzutage zb oft beim mieten eines autos oder bullis etc ..klar kann man die kaution auch bar hinterlegen, aber wir haben 300 euro + mietpreis nicht mal eben an der ecke liegen)
ich habe zwei kreditkarten, eine visa und eine AmEx und mein mann bekommt mit seinem vermerk "restschuldbefreiung erteilt" noch nicht mal zweitkarten dafür!! also wenn wir die karten benutzen wollen, die AmEx nehmen wir zb immer zum tanken muß ich immer mit denn ich darf meine kreditkarte nicht an ihn weiter geben.

@der alte
wenn sie trotz dieses eintrags eine wohnung bekommen haben ist das wirklich schön für sie! aber obwohl wir noch nicht mal in einem ballungsgebiet wohnen bekommen wir mit diesem eintrag sobald ein makler im spiel ist keine wohnung. selbst als wir mal einen makler beauftragen wollten das er uns angebote raussuchen sollte ( er hätte schließlich dran verdient bei abschluß) wurden wir als kunden von ihm abgelehnt. zu unsicher und außerdem würde uns eh kein vermieter nehmen!

so siehts in der realität aus!
schönen tag auch!

ps: einen kredit möchten wir gar nicht! das meinte ich nicht mit kreditwürdigkeit
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Der_Alte

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #10 am: 13. Februar 2018, 20:41:29 »

also schon mal jedem zu unterstellen das er aus der insolvenz nichts gelernt hat nur weil man sich über diesen schufaeintrag und deren folgen ärgert finde ich schon mal ziemlich unverschämt.

Differenzieren hilft. Denn ich habe beileibe nicht "jedem" unterstellt, nichts gelernt zu haben, sondern habe geschrieben, dass "nicht jeder" es begriffen habe. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Aber wer sich den Schuh anziehen möchte ...

Und, man benötigt weder eine Kreditkarte zum Tanken noch einen Makler zur Wohnungssuche. Ersteres kann man mit Bargeld erledigen und das zweite mit intensiven Eigenbemühungen. Mir waren sie es wert, vor allem, wenn ich die Kosten für den Makler bedenke. Sparsamkeit ist eine der Tugenden, die ich in der Zeit der Insolvenz für mich gelernt habe. Aber auch das sei jedem überlassen, wofür das Geld ausgegeben wird. Jeder, wie er oder sie mag.
Ich kann gut mit dem Makel lebe, noch einige Zeit schufatot zu sein. Mein Ziel ist nicht meinen früheren Lebensstil wieder zu führen, sondern ein Leben, in dem es mir rundherum gut geht. Und dafür muss und will ich, trotz eines guten Einkommens, meine Wünsche und meine Bedürfnisse an das anpassen, was ich mir heute leisten kann. Und wenn am Ende mein Schufascore wieder ganz oben sein sollte, ist es mir hoffentlich genauso egal wie heute der schlechte Score.

Wie die Realität aussieht, ist immer eine Frage des Standpunkts und entspringt dem Auge des Betrachters. Meine Realität ist augenscheinlich eine andere. So sieht es aus!
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communicator

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #11 am: 10. April 2018, 09:58:50 »

Ich musste selbst erleben, dass es mit dem Eintrag "Restschuldbefreiung erteilt" in der Schufaauskunft unmöglich ist eine Wohnung zu bekommen.
Ich habe einen guten Job (84k Brutto/Jahr + Firmenwagen) und wollte nach Erteilung der RSB eine Wohnung in München (+ 20km Umkreis) mieten, um nicht mehr über 80km täglich aus dem Umland zur Arbeit fahren zu müssen.
Nach über 8 Monaten Suche habe ich aufgegeben. Bezahlbare Wohnungen sind hier so begehrt, dass ausnahmslos immer eine Schufaauskunft verlangt wird und eine Auskunft mit neg. Eintrag zur sofortigen Ablehnung führt, es warten ja noch 30 andere mit sauberer Schufa vor der Tür!
Zum Glück habe ich dann erfahren dass ein Freund aus dem Motorradclub eine Wohnung zu vermieten hat und der hat natürlich keine Schufaauskunft von mir gefordert, ich fahre zwar jetzt immer noch über 80km zur Arbeit, aber immerhin habe ich eine Wohnung.
Ich finde diesen Eintrag in der Schufa diskriminierend und existenzgefährdend.
Nach meiner Meinung sollte hier zwischen Auskünften an Banken, Leasinggesellschaften, Kreditkartenunternehmen, usw. und Auskünften an Vermieter, Versicherungen, usw. unterschieden werden, sonst kann eine erfolgreiche RSB zum totalen Absturz führen.
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HausH

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #12 am: 10. April 2018, 23:49:45 »

moin,

ich kann trotz erhaltener RSB im Internet nicht auf Rechnung bestellen, viele Internetseiten verwenden ein System was auf personenbezogene Daten zugreift. Habe das jetzt bei bestellen von Katzenfutter erlebt, wurde dort aufgefordert die erste Bestellung mit Vorkasse zu tätigen. Hab ich gemacht und wollte dann jetzt das 2. mal auf Rechnung bestellen...geht nicht, gibt das System nicht her, gerade wenn ich Einträge in der Schufa habe. Bin da also auch als Verbraucher noch getäuscht worden.

Hab jetzt das Konto da gelöscht, wo anders eines eröffnet und dort bestellt. Da hab ich nach Rücksprache mit meiner Tochter Ihren Namen angegeben, schon geht es auf Rechnung. Heute wurde das Paket verschickt, ich zahle per Rechnung.

Hab das auch schon mal bei einer Versicherung erlebt, die wollten mein Fahrzeug zwar versichern, teilkasko ginge aber nicht. Habe dort noch Hausrat, Haftpflicht und Amtshaftpflichtversicherung gehabt...zum Ende diesen Jahres bin ich da dann ganz weg. Ich für mich bin da konsequent.

Und ja, es ist diskriminierend und auch vor Vorratsdatenspeicherung wird nicht halt gemacht. Menschen mit Schufaeinträgen haben in diesen Land weniger Rechte.

gruß HausH   
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Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #13 am: 15. April 2018, 13:17:39 »

Ich kann die Argumente von @Der_Alte in vielen Dingen nachvollziehen und bin in vielerlei Hinsicht derselben Meinung, z.B.
Zitat
Zitat von Der_Alte:
"Nahezu alle, mich eingeschlossen, sind wegen der Kredite der Banken in die Insolvenz gegangen. Nicht, weil die Banken zu großzügig waren, sondern weil wir uns schlicht verschätzt haben, wie leistungsfähig wir selbst waren. Und dass waren wir in den seltensten Fällen. Im Regelfall haben wir auf Pump gelebt und die Kreditlinien der Banken und Kreditkartenunternehmen weidlich ausgenutzt. Solange es uns die Schufa etc. ermöglicht haben, sind wir fröhlich zu den Banken marschiert und haben umgeschuldet.

Nach der Insolvenz und der RSB sollte doch die Erkenntnis gewachsen sein, dass wir mit dem auskommen müssen, was wir an monatlichen Einnahmen haben und für diejenigen Anschaffungen, die wichtig sind, sparen müssen! Und dann ist die Schufa und die sogenannte verminderte Kreditwürdigkeit in den ersten Jahren nach der Insolvenz doch völlig egal.

Für mich steht jedenfalls fest, dass ich nie wieder bei einer Bank einen Kredit aufnehmen will, nicht einmal, um ein Auto zu kaufen. Lieber fahre ich ein nicht standesgemäßes altes Auto, dass mich verlässlich zur Arbeit trägt als das ich wieder, wie früher, mich für um des Ansehens Willen verschulde.

Meine Exfrau und ich haben damals auch 2 Gehälter gehabt, Haus, Autos, teure Urlaube. Solange das Einkommen stimmt, ist alles soweit gut. Aber wehe die Ehe geht plötzlich in die Brüche, ein Gehalt fällt weg, die Frau wechselt während der Trennung die Steuerklasse und man selbst muss sie ebenso wechseln. Schwupp sind mal eben weit über 2000 Euro im Monat weniger in der Kasse. Die Schulden wollen aber dennoch irgendwie bezahlt werden. Man sucht sich also schnell einen Nebenjob, arbeitet 7 Tage die Woche, versucht dazu beim Chef eine Erhöhung seines eigenen Lohns zu erreichen, um irgendwie den Schuldenberg zu schaffen. Genützt hat es nichts, wenn man nicht daran kaputt gehen will. Also gemeinsames Haus verkaufen, Banken durch den Verkauf soweit es geht ausbezahlen, mit dem Rest in die PI.
Nun sind knapp 6 Jahre um, die RSB steht in gut 9 Monaten vor der Tür.  Ein (hoffentlich) neues Leben beginnt.

Heute, 5 Jahre später bin ich zwar wieder verheiratet, wir haben zwar wieder 2 Gehälter, aber Schulden: nein Danke.
Dazu verdiene ich heute alleine weit mehr das an Netto, was meine damalige Exfrau und ich zusammen verdient haben.

Zitat
Zitat von: katzenfrau2
"Stimmt. Wenn ich im nächsten Jahr im Sommer hoffentlich damit durch bin, habe ich monatlich fast 500 € mehr als jetzt. Das ist fast unbegreiflich viel. "

Auch für mich wird es im Frühjahr nächstes Jahr eine fast unbegreifliche Summe sein, die ich dann monatlich wieder mehr zur Verfügung habe. Bei mir sind es dann fast 2000 Euro im Monat mehr als jetzt. Neben dem vollen Weihnachtsgeld und Bonus, dem vollen Urlaubsgeld, was ich jetzt immer brav abführen muss, bis auf den nichtpfändbaren Teil.
Kurz, rechne ich all das hoch, stehen mir ab Frühjahr 2019 weit über 30.000 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung, als jetzt. Und ich rede nur von meinem Gehalt. Das Gehalt meiner jetzigen Frau ist noch gar nicht eingerechnet. Wer braucht da noch einen Kredit. Sparen ist nun die Devise.

Bis hierhin waren es mal ein Standardbeispiele, wie es in den meisten Fällen vorkommt. Es gibt aber auch genug andere Beispiele, in denen Menschen in die PI müssen, weil sie vorher normal und ohne große Kredit gelebt haben. Dann aber durch korrupte Bauunternehmen, andere Dinge innerhalb kürzester Zeit sehr viel Geld verloren haben, anschließend in die PI mussten.

Nun aber zum eigentlichen Thema: "Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend"

Hier teile ich genauso jedes einzelne Argument von den anderen Autoren.
Meine Frau und ich suchen seit geraumer Zeit eine neue, größere Wohnung. Wir haben ja schon jetzt, ohne die erteilte RSB, die Möglichkeit nach etwas hochpreisigen Wohnungen zu suchen. Jedoch ist es immer dasselbe "Spiel". Wir finden eine Wohnung, oder ein Haus, zur Miete, dann ist man erstmal an uns interessiert, weil hohes Haushaltseinkommen, sichere Jobs, dann aber müssen wir die Schufa-Klausel unterschrieben und einige Tage später dann die Absage. Da interessiert es keinen, ob man die Sache genau erklärt, wie das damals zu Stande kam, wieso und warum, dass man aktuell ja dennoch ein hohes Einkommen hat, die PI nur noch wenige Monate dauert, bzw. dann die RSB erteilt wird.
Die SCHUFA hat in diesem Land viel zu viel Macht und Einfluss. Bonität hin und her. Aber ein Eintrag in der SCHUFA und das war's.
Und das noch für mindestens 3 weitere Jahre nach der RSB.
Das ist wirklich Diskriminierung und hier sollte man etwas ändern. Entweder mit der RSB fängt wirklich ein neues Leben an, inkl. neuer und sauberer SCHUFA, oder die ganze Sache mit 6 Jahren PI ist doch reine Verarsche. Entweder der Schuldner hat nach 6 Jahren PI und RSB etwas aus der Sache gelernt und neben der RSB auch eine neue SCHUFA verdient, oder man ist unbelehrbar, stürzt sich wieder in neue Schulden. Diesem jemand ist dann sowieso nicht mehr zu helfen, weil eine neue PI kann er ohnehin nicht beantragen, für die nächsten 10 Jahre. Meine Meinung.
« Letzte Änderung: 15. April 2018, 16:28:12 von geschieden1907 »
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KarlPaul

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #14 am: 17. April 2018, 06:53:56 »

Vorangestellt:
Ich bin mittlerweile mehr als 3 Jahre nach der RSB und nun insgesamt ein Jahrzehnt "schufatot".
Der Einfluß auf meine Leben war letztendlich geringer als ich dachte. Ich bekam im Verfahren und insbesondere jetzt nach der RSB mein Leben organsiert.
Ich hatte schon während der WVP eine Wohnung anmieten können. Die notwendigen Versicherungen habe ich auch und wechselte jedes Jahr den Stromversorger.
Zahnarzt und Optiker gewährten bereits in der WVP Ratenzahlung. Telefonrechnung blieb immer als nachträgliche Rechnung. Es gab imnmer auch andere Lieferungen gegen Rechnungen. Andere wollten Vorkasse. Sei es drum     

Die andere Seite oder die Frage was wäre die Alternative? 
Als Kaufmann und oder Anbieter von Waren und Dienstleistungen bin ich bei der Gefahr der eigenen Insolvenz "verdammt" mir anzuschauen mit wem ich Geschäfte mache. Insbesondere wennn es um mehr geht oder um langfristige Zahlungen.
Hier macht es mir die Schufa natürlich leicht. Der Aufwand für den Anbieter hier nachzuarbeiten lohnt meist nicht.
Selbst wenn ihm eine falsch negative Auskunft geliefert wird. Ich kann so festlegen mein Geschäft zu führen.
Insbesondere wenn es z.B. bei der Wohnung die ich zu vermieten habe es genug Bewerber mit einer formal besseren Bonität gibt. So ist das Leben. Da musst Du durch.


Gäbe es keine oder eine entschärfte Schufa hieße es ja nicht das man nicht doch versucht
sich von seinem Kunden oder zukünftigen Mieter ein Bild zu machen. Und glaube mir, welbst wenn
die Schufa in 3 Jahren gereinigt sein sollte wird es weiterhin die Erinnerung dran geben. 

 
« Letzte Änderung: 17. April 2018, 07:27:01 von KarlPaul »
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communicator

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #15 am: 17. April 2018, 10:42:31 »

Wo bekommt man Informationen, bzw. weiss hier jemand ob und wie lange andere Auskunfteien (ausser der Schufa) das Insolvenzverfahren und die Erteilung der RSB speichern?

Gibt es hier auch Löschfristen an denen sich diese Auskunfteien halten müssen, oder können die mit den Daten machen was sie wollen?

Ich glaube mal gelesen zu haben, dass es Anwälte gibt, die sich auf das "Bereinigen" spezialisiert haben, hat damit hier jemand Erfahrungen gemacht und kann eine Kanzlei empfehlen?
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KarlPaul

Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #16 am: 17. April 2018, 16:35:36 »

Kann man genauso einzeln anschreiben wie die Schufa.
Hatte das damals in der Insolvenz gemacht.
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Insoman

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Antw:Schufa-Eintrag nach Ende des Insolvenzverfahrens ist diskriminierend
« Antwort #17 am: 17. April 2018, 20:05:35 »

@communicator
es gelten die Frisen nach BDSG §35
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Inso-was-nun

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Ach, wisst Ihr ... Da gibt es eine Petion dazu unter

https://www.openpetition.de/petition/online/loeschung-von-bonitaetsrelevanten-daten-bei-auskunfteien-schufa-6-monate-nach-der-restschulbefreiung

und da sind 136  Unterzeichner gewesen. Ich habe das hier noch gepostet, die Resonanz war armselig. Ich kann nur sagen, selber schuld, eine Solidargemeinschaft verhält sich anders.

Ich habe eine Eigenbedarfskündigung meines Vermieters bekommen und damit soviel Stress gehabt. Wie will man denn mit einer negativen Schufa als Alleinstehender mit fast 60 eine Wohnung bekommen. Ich habe es geschafft und im Mai 2017 bin ich umgezogen.

Der gesundheitliche Zusammenbruch erfolgte dann im November 2017 mit einer Auszeit von 7 Monaten Krankschreibung. Komplette körperliche und psychische Erschöpfung, habe allein 3 Monate nur stundenweise im Sitzen geschlafen wegen massiver Rückenschmerzen.

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*** Nicht mehr insolvent ***
 
 

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