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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

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Autor Thema: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?  (Gelesen 2844 mal)

charrymaus

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Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« am: 05. August 2010, 00:13:17 »

Hallo,

es ist wieder einmal eine der Nächte, in denen man vor Magenkrämpfen nicht schlafen kann weil man kein Ziel mehr vor Augen hat. Ich hoffe auf diesem Weg Menschen zu finden die Ähnliches erlebt haben und mir eventuell sagen können wohin der Weg geht.

Kurz zu mir: ich bin 33 Jahre, verheiratet und habe zwei Kinder. Vor 7 Jahren haben wir unser "Traumhaus" gebaut - was nun unser "Albtraum" ist. Ganz typisch: blindlings ohne Eigenkapital gebaut und dann auch noch 50.000 nachfinanziert!  :mad2: Nun haben mein Mann und ich ca. 180.000 Euro Schulden. Ende letzten Jahres habe ich alles einem Anwalt zur Schuldenregulierung übergeben ( im Vorfeld hatte ich 2 Termine bei der kostenfreien örtlichen Schuldnerberatung die mir tatsächlich sagten das sie nicht wüßten wie sie mir helfen könnten). Seitdem zahlen wir monatlich etwas mehr als 800 Euro an den Anwalt der dieses Geld dann weiterleitet. Wir kamen oft ins Grübeln ob das auch alles seriös ist aber durch die Kontoauszüge der Gläubiger konnte man es nachvollziehen. Vor 2 Wochen habe ich meine EV abgelegt, mein Mann wird dies wohl in 4-5 Wochen machen müssen. Heute kam nun ein Postübergabeprotokoll ins Haus. Soweit ich das verstanden habe, hat die Bank, über die wir das Haus finanziert haben, eine Gerichtsvollzieherin beauftragt eine 2. beglaubigte Abschrift unserer Grundschuldbestellungsurkunde an diese Bank -  für Zwecke der Zwangsvollstreckung - auszuhändigen. Bislang war die Bank ruhig, wir haben ihnen gesagt das wir das Haus versuchen zu verkaufen - deshalb bin ich heute umso geschockter. Weiß irgendjemand was jetzt passiert? Die EV habe ich aufgrund eines anderen Gläubigers ablegen müssen. Ich habe einfach keine Ahnung wohin sich das Ganze jetzt entwickelt, was ich tun oder nicht tun soll, wo wir gerade stehen und vor allem - WIE LANGE DAS ALLES NOCH GEHT. Mir geht langsam die Kraft aus, ich will das das aufhört.

Vielen Dank vorab
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doktor mabuse

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #1 am: 05. August 2010, 11:32:23 »

Hallo,

ich kann zwar auch nicht "Hellsehen", aber ohne Ihnen etwas zu wollen, fürchte ich, Sie stehen erst am Anfang Dessen, was noch kommt.
Kann Sie zwar verstehen, daß Sie sich die Frage stellen, wie lange es noch geht, aber es ist ja noch nicht viel geklärt, bzw. passiert.
Offensichtlich nehmen jetzt die Gläubiger die Sache selbst in die Hand, umso wichtiger ist jetzt, daß Sie aktiv reagieren.
Aussitzen bringt nichts, dann zieht man Ihnen irgendwann das Haus unter dem Hintern weg.
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, sollten Sie schauen, von welchen zusätzlichen Belastungen Sie sich trennen können.
Sie werden sich wohl damit anfreunden müssen, daß Sie sich in absehbarer Zeit von Ihrer Finanzblase trennen müssen.
Das dies alles gedanklich nicht so einfach ist, glaube ich gern, aber Sie wären damit einen Großteil Ihrer schlaflosen Nächte los und könnten wieder Perspektiven entwickeln, auch im Interesse Ihrer Kinder.
Und,es ist keine Schande zur Miete zu wohnen, denn, persönliches Wohlbefinden ist nicht abhängig von möglichst viel Besitz.
Manchmal ist weniger Mehr.

Also, stecken Sie den Kopf nicht in den Sand, gehen Sie die Sache gemeinsam offen und zügig an, dann wird auch wieder mehr Ruhe einkehren.

Gruß,
Doktor Mabuse

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charrymaus

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #2 am: 05. August 2010, 12:05:12 »

Hallo Doktor Mabuse;

danke vorab für die Antwort. Was genau kann ich denn noch tun? Das ist mein Problem - ich will reagieren und weiß nicht wie. Als hätte ich eine Blockade im Kopf. Das Haus steht seit Januar zum Verkauf, wir haben nichts was wir noch verkaufen könnten. Die Autos sind beide älter als 10 Jahre, unsere Möbel sind  zusammengewürfelt, wir heizen aus Dieselkanistern weil kein Geld für Heizöl da ist etc.. Unsere Akte ist wohl in der Vergleichsabteilung beim Anwalt aber die meinen man könne keinen Vergleich anbieten solange das Haus noch da ist? Ist es überhaupt noch sinnvoll eine so Hohe Rate jeden Monat zu zahlen wenn es anscheinend in die Privatinsolvenz geht?

Liebe Grüße
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paps

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #3 am: 05. August 2010, 19:46:46 »

Der Vorgang der Zustellung der Grundschuldurkunde ist der erste notwendige Schritt zur Einleitung der ZV.

Die Bank kann nun beim Amtsgericht die Zwangsversteigerung beantragen.
Diese wird aber i.d.R. erst in 12-18 Monaten sein.

Die dann verbleibenden Schulden können reguliert/verglichen werden.

Ob es sinnvoll ist, bis dahin 800 mtl. an den Anwalt zu zahlen?
Aus meiner Sicht nicht.
Schließlich geht so jeden Monat ein Teil ja auch an Anwaltsgebühren verloren.

Besser wäre es, dass Geld zu Seite zu legen und nach der ZV, wenn der entgültig offene Betrag feststeht, einen Vergelich zu starten.
Aber nur, wenn wegen sonstiger Schulden eine Inso vermeidbar ist.

Ansonsten würde ich sofort die Zahlung einstellen und einen Inso-Antrag stellen.
« Letzte Änderung: 05. August 2010, 22:02:54 von paps »
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MfG Paps (der jetzt in BW lebt)

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charrymaus

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #4 am: 05. August 2010, 20:47:08 »

Hallo Paps,

es tut gut wenn es jemanden gibt der Antworten geben kann. Von unserem Anwalt hab ich seit gestern nichts gehört - ich hab ihm inetwa die gleiche Frage gestellt. (Was ist das und was soll ich tun).  Die Hausfinanzierung sind 88% unserer Schulden. Die restlichen 12% sind Meisterbafög und Kleinkredite die zwar durch das Haus entstanden sind aber nicht im Grundbuch stehen. Heißt das jetzt das eine Inso unvermeidbar ist? Das habe ich nicht ganz verstanden, soll ich jetzt also abwarten bis das Haus im besten Fall verkauft bzw. zwangsversteigert wurde und dann einen Vergleich starten? Kann ich sowas denn allein? Worin liegt der Unterschied oder auf was kommt es an ob ich jetzt gleich einen Inso-Antrag stelle oder erst wenn das Haus weg ist? Aber auf jeden Fall die Zahlungen an den Anwalt einstellen ja? Entschuldige - es sind wahrscheinlich simple Fragen für dich aber ich bin unendlich dankbar für deine/ Eure Infos.

Mit freundlichen Grüßen aus dem ungemütlichen Norden

charrymaus
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paps

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #5 am: 05. August 2010, 22:12:23 »

12% = 22.000,-

88% = 158.000,-

Verkehrswert ca. 120.000,- (???)
Geht das Haus also im 1. Termin zu 80% des Verkehrswertes weg, wären ca. 90.000,- getilgt.
Bliebe ein Rest von ca. 70.000,-

Wollen Sie die mit 700,- monatlich abzahlen, bräuchten Sie fast 11 Jahre (ohne die Zinsen zu berücksichtigen)

Ein Retsschuldbefreiungsverfahren dauert 6 Jahre, zumal das jetzt schon eingeleitet werden könnte.

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charrymaus

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #6 am: 06. August 2010, 10:28:12 »

Hallo Papa,

Laut Gutachter hat das Haus einen Wert von 205.000,- Im Moment versuchen wir für 189.000 zu verkaufen - da wir die allgemeine finanzielle Situation in Deutschland gut kennen kann man sich ausmalen wie groß die Nachfrage ist :cry: So wie ich das jetzt verstehe wird so oder so eine enorme Restschuld bleiben wenn wir nicht verkaufen können. Würdest du also jetzt schon das Restschuldbefreiungsverfahren einleiten oder noch hoffen das Haus zu verkaufen? Auf jeden Fall wohl alle Zahlungen an den Anwalt einstellen? Wieviel Zeit bleibt uns dann noch um die Sachen zu packen?

Liebe Grüße
Charrymaus
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doktor mabuse

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #7 am: 06. August 2010, 11:19:26 »

Hallo,

da auf jeden Fall eine Restschuld bleibt, würde ich beim Insolvenzantrag auf jeden den RSB-Antrag mit ausfüllen.
Sie wollen ja nach 6 Jahren wieder Schuldenfrei sein, wenn die RSB erteilt wird.
Den Anwalt würde ich auch nicht weiter bezahlen, das Geld ist bei Ihnen besser aufgehoben und hilft Ihnen über die Runden.
Was die Zeit angeht, schauen Sie mal hier unter diversen Berichten nach, so schnell geht das nicht mit dem Räumen des Hauses.

Viel Erfolg,
Doktor Mabuse
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charrymaus

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #8 am: 09. August 2010, 13:56:48 »

Hallo,

nachdem ich dann eben endlich mal persönlich mit dem Anwalt sprechen konnte bin ich jetzt völlig hin- und hergerissen. Da mein Mann und ich über so viele Dinge enttäuscht waren ( keine Rückrufe, keine Hilfeleistungen,...) hatte ich mir ernsthaft vorgenommen meinen Unmut kund zu tun - aber der Anwalt nahm mir sofort den Wind aus den Segeln und ich weiß wieder nicht weiter. Fakt ist, das wir 8.270 Euro !!!!!! :fuchsteufelswild: an diesen Anwalt gezahlt haben - die er nicht (!!!) an die Gläubiger weitergeleitet hat sondern sich jetzt in die eigene Tasche steckt! Jetzt werd ich langsam sauer - da hätten wir die anderen Kleinkredite tilgen können! Jetzt sagte er mir wir können weiter abwarten oder einen Vergleich anbieten! Und da ich ab September keinen Gründungszuschuß mehr bekomme würde er mir auch entgegenkommen und nur noch 2 x 401,00 Euro haben wollen! Dann bekäme ich auch die Bescheinigung mir der ich den Inso-Antrag stellen kann! Was soll ich denn jetzt tun? Ich bin so wütend auf mich selbst weil ich so dumm war diesen Anwalt zu nehmen! Ich brauch doch diese Bescheinigung!  Kann mir einer sagen was ich tun soll??

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charrymaus

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #9 am: 10. August 2010, 10:41:35 »

Heute Nacht viel mir zu allem überfluß noch ein was ich alles mit den 9.000 Euro hätte zahlen können. Wir hätten fast alle Kleinkredite abzahlen können und dann die Hausraten weiter wie vor einem Jahr zahlen können. Weiß irgendjemand ob das möglich gewesen wäre? Der Anwalt ruft heute um 14:00 Uhr an. Und immer wieder kommt die Frage ob ein so hohes Honorar von 9.000 Euro tatsächlich rechtens ist.

Liebe Grüße
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Inso-was-nun

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Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #10 am: 10. August 2010, 10:51:40 »

Zitat
Und immer wieder kommt die Frage ob ein so hohes Honorar von 9.000 Euro tatsächlich rechtens ist.

Ich habe noch viel mehr an solche "Berater" verloren. Wenn wir mit dem verlorenen Geld hier das Forum gesponsort hätten, dann wäre es nicht zum Fenster herausgeworfenes Geld.

Mir hatte einmal jemand aus dem Forum gesagt "Nehmen Sie Ihr Leben in die eigene Hand anstatt es von den Aussagen der Berater abhängig zu machen". Das ist richtig, denn oftmals versteht man die Beratung als Handlungsanweisung, was falsch verstanden ist.

Entscheiden muss man selber und mithin werden viele Beratungen völlig überteuert angeboten und nutzen nur die Verzweiflung des Ratsuchenden. Also, machen Sie Ihr Ding, schauen Sie voraus und weinen Sie nicht dem verlorenen Geld hinterher, es ist weg und kommt so auch nicht wieder.

Den ersten Schritt hier mit dem Forum haben Sie ja schon getan, indem Sie jetzt die Ratschläge auch hinterfragen.

Einen vorsichtigen Hinweis hat Paps ja auch schon gegeben:

Zitat
Wollen Sie die mit 700,- monatlich abzahlen, bräuchten Sie fast 11 Jahre (ohne die Zinsen zu berücksichtigen) Ein Restsschuldbefreiungsverfahren dauert 6 Jahre, zumal das jetzt schon eingeleitet werden könnte.

Es wird schon, alles wird irgendwann gut.
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Insokalle

Re: Kennt jemand das Ende von diesem Weg?
« Antwort #11 am: 10. August 2010, 10:57:39 »

Und paps hat an anderer Stelle auch geschrieben: Ggf. Anwaltskammer einschalten. Oder den Ombudsmann fragen.
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