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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

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Autor Thema: Gedanken rund um Insolvenz  (Gelesen 1058 mal)

tawi

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Gedanken rund um Insolvenz
« am: 06. Juni 2009, 13:43:14 »

Hallo an alle,

nachdem ich in diesem Monat in das 6. Jahr der Verbraucherinsolvenz gehe und ein Ende so ganz langsam in Sicht ist, muss ich sagen, dass die vergangene Zeit gar nicht so schlimm war, wie ich es mir vorgestellt hatte und andere ermutigen, damit nicht so lange zu warten, so wie ich es getan habe.

Da bei mir jahrelang vorher dauernd gepfändet wurde (dabei ist es jetzt unerheblich, wie ich zu den Schulden gekommen bin; nur so viel, ich wurde regelrecht von meinem Ex-Mann über den Tisch gezogen; selbst schuld), konnte ich in den letzten 5 Jahren doch sehr beruhigt leben. Keine Angst mehr vor Mahnbescheiden, Vollstreckungsurkunden, Gerichtsvollzieher haben, ohne Trauma den Briefkasten öffnen etc.  ...   und die Aussicht haben, die RSB zu bekommen ... :thumbup:

Sicherlich bekommt der TH auch heute noch einen gewissen Betrag, aber das Geld wäre so oder so weggewesen. Ich hätte genau so viel Geld zur Verfügung wie jetzt in der Insolvenz. Deshalb bin ich froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Allerdings muss ich sagen, dass ich einen sehr fachkundigen TH habe, den ich jederzeit befragen oder anrufen kann. Ist er telefonisch nicht erreichbar, ruft er sogar zurück. Das erleichtert natürlich vieles.

Eines weiß ich jedoch genau, bevor ich noch einmal etwas unterschreibe, schlafe ich nicht nur eine Nacht darüber sondern gleich mehrere. NIE WIEDER SCHULDEN.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Wochenende  :wink:

tawi
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paps

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Re: Gedanken rund um Insolvenz
« Antwort #1 am: 06. Juni 2009, 19:23:43 »

Na dann, auf zum Endspurt.
Danke für den Beitrag.
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MfG Paps (der jetzt in BW lebt)

Paps arbeitet hauptberuflich für die Debeka-Versicherungen Bausparkasse
 (http://www.cosgan.de/images/more/schilder/041.gif)
 

Faxi

Re: Gedanken rund um Insolvenz
« Antwort #2 am: 06. März 2010, 13:10:58 »

Auch, wenn dieser Beitrag schon etwas älter ist, aber es ist genau das, was ich suche.

Irgendwie stehen wir ebenfalls vor der Entscheidung, Insolvenz JA oder NEIN.

Insolvenz ist ein Wort, bei dem man das Gefühl hat, nur noch Mensch zweiter Klasse zu sein. Angst vor dem Verfahren, den daraus folgenden Konsequenzen, dem Leben danach.
Was wird sein, was wird passieren, welche Hürden sind noch zu erklimmen? Und geht das alles auch wieder vorbei? Es ist die Angst vor dem Neuen und Unbekannten.
Schulden haben ist doch eine Belastung, die man kennt, man sich damit arrangiert hat und den täglichen Kampf mit der Beseitigung hat man doch schon lange trainiert.
Aber eine Insolvenz ist etwas Neues und noch nicht Dagewesenes.

Und was ist danach?

Es nimmt mir die Luft zum Atmen!

Aber die Schulden lassen mich ebenfalls nicht atmen. Sie nehmen mir jegliches Lebensgefühl, weil ich isoliert bin in meiner Situation, nicht Teilhaben kann am Leben der anderen, bin ich doch dazu verdammt, mein Leben in den eigenen vier Wänden zu verbringen, während die anderen sich an allem aktiv beteiligen.

Also wie gehe ich damit um? Was ist der bessere Weg?

Alle Erfahrungsberichte, die ich in diesem Forum gelesen habe und an dieser Stelle einen großen Dank an Paps und alle anderen Moderatoren, die dieses Forum ins Leben gerufen haben und es auch aufrecht erhalten, reichen von

"ich habe die Insolvenz gut überstanden" bis hin zu " oh Gott, ich brauche Hilfe und weiß nicht mehr weiter".

Aber wahrscheinlich ist das so, das Leben ist ja auch vielschichtig.

Im Moment bedeutet dei Insolvenz für mich Abschied und Neubeginn zugleich.

Abschied von meinem Lebenstraum, dem Motorrad, für das ich alles stehen und liegen gelassen habe, um etwas Ausgleich im Leben zu haben. Dieses Gefühl, was ich dabei hatte, hat nur mir allein gehört und konnte mir niemand nehmen. Es war meine Auszeit von Allem. Nie wollte ich etwas anderes in meinem Leben haben. Immer nur mein Motorrad und nun kommt es weg. Ich habe Angst vor eben diesem Moment, wenn es abgeholt wird. Mein Lebenstram wird mir genommen.  :sad:

Aber auch Neubeginn und Ordnung ins Leben zu bekommen. Nicht mehr diesen Druck aushalten zu müssen. Etwas bereinigt zu haben, es zu klären, wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Meine Gedankengänge werden wohl für viele Sentimental erscheinen und vielleicht für den ein oder anderen nicht nachvollziehbar, wie man an solch materiellen Dingen hängen kann. Aber hat nicht jeder von uns etwas Besonderes in seinem Leben und auch das Recht darauf?

Ich wünsche allen, die in einer ähnlichen Lage sind oder gehen werden, aber auch allen, die sich der Herausforderung schon vor langer Zeit gestellt haben, alles erdenklich Gute im Leben.

Oh mann, es ist jetzt tatsächlich das erste mal, dass mir die Tränen kommen. Bisher war ich stark.
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