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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

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Autor Thema: Jetzt wird es ernst  (Gelesen 1963 mal)

martin77

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Jetzt wird es ernst
« am: 22. Juni 2011, 09:33:40 »

Hallo zusammen...
Ich bin 37 Jahre alt und leider auch massiv überschuldet.
Habe einen laufenden Kredit der ungefähr noch einen Saldo
von ca.50000 Euro aufweist.Eine Kreditkarte die mit knapp
2000 im Minus ist und ein Konto mit einem Dispo von 3500 Euro.
Der Dispo ist auch fast komplett ausgeschöpft. Habe den Kredit in den
letzten Jahren des öfteren umgeschuldet, aber jetzt ist es damit vorbei.
Habe in letzten Jahren immer so ca. 1700 Euro (inkl.Nebenjob)verdient.
Ab Juli wird sich meine Einkommenssituation allerdings drastisch ändern,
weil ich durch Krankheit nicht mehr dazu in der Lage bin einer Vollzeittätigkeit nachzugehen.Ob ich den Job wechseln steht noch nicht fest.
Allerdings werde ich monatlich durch den Hauptjob nur noch ca.1000 Euro verdienen.Da ich einsehen mußte das es nicht mehr weitergeht habe ich
mich jetzt mit einem Anwalt in Verbindung gesetzt, der mir erstmal geraten hat
ein neues Konto zu eröffnen.Das habe ich auch bereits gemacht.
Bis auf eine Kreditrate die nicht eingelöst werden konnte,
habe ich bislang noch keine anderen Versäumnisse zu verzeichnen.
Ob die Bank im nächsten Monat die Rate versucht einzuziehen steht noch nicht
fest, muß ich noch mit verhandeln.
Habe bisher nur telefonisch mit dem Anwalt gesprochen und noch keinen Auftrag
erteilt, weil ich absolut nicht sicher bin welchen Anwalt ich nehmen soll.
Werde mich aber in den nächsten Tagen zu einer Entscheidung durchringen müssen.Selbst wenn meine Kreditbank im nächsten Monat keine Rate   einzieht,
wird auf meinem überzogenen Konto kein Geld mehr eingehen und auch die Kreditkarte wird nicht mehr bedient.Zumindest kann ich aber die normalen Rechnungen bezahlen.
Da ich zu meinen Fehlern aus der Vergangenheit stehe,würde ich gerne
eine Insolvenz vermeiden und versuchen etwas von meinen Schulden abzutragen.
Durch einen Nebenjob habe ich noch die Chance zu meinem Gehalt von 1000 Euro
ca. 210 euro im Monat zu verdienen. Ob es meine gesunsheitliche Situation´zulässt weiß ich noch nicht, werde aber alles daran setzen.
Mehr als eine Rate von 250 Euro werde ich aber nicht bezahlen können,
vielleicht würde ich sogar länger als 6 Jahre anbieten.
Habe zwar viel gelesen und auch mit Freunden gesprochen,würde aber trotzdem gerne mal eure Meinung hören und ob jemand schon mal so eine ähnliche Sitúation hatte.
 
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Der_Alte

Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #1 am: 22. Juni 2011, 11:50:47 »

Hallo,

bei geschätzt 55000 € Forderungen ist eine Ratenzahlung von 250 € im Monat illusorisch. Ohne auch nur ansatzweise Zinsen zu berechnen wäre die Rate 220 Monate, also über 18 Jahre zu zahlen. Allein für den Kredit fallen jährlich 2560 € Verzugszinsen an, so dass die Rate noch nicht einmal die Zinslast abdeckt.

Das ist kein sinnvoller Weg.

Mach Dich damit vertraut, das Insolvenzverfahren zu gehen, einen anderen Weg sehe ich nicht.

Einem außergerichtlichen Einigungsversuch mit Zahlung von 250 € im Monat rechne ich auch keine Chancen aus. Für Kredite, die in die Insolvenz gehen sind die Banken im Regelfall versichert, warum also eine Minirate in Anspruch nehmen und mit viel Aufwand wenig bekommen.

Wenn der Anwalt, mit dem Du telefoniert hast, den außergerichtlichen Einigungsversuch macht kann man die Sache schnell hinter sich bringen. Eventuell gibt es dafür einen Beratungsschein. Ansonsten muss man das entweder selbst bezahlen oder geht zu einer öffentlichen Schuldnerberatungsstelle. Die haben im Regelfall aber lange Wartezeiten.

Mit der bisherigen Bank würde ich den Kontakt abbrechen. Frühzeitige Hinweise auf die Situation führen nur dazu, dass der Kredit vorzeitig gekündigt wird und man das Inkassounternehmen früher an der Backe hat. Einfach die Zahlungserinnerungen und Mahnungen ignorieren. Die Kündigung kommt dann nämlich später und bis dahin hat man vielleicht schon für das Verfahren alles in Sack und Tüten.

Kopf hoch, der Anfang ist gemacht.
Und jetzt nur noch das zahlen, was fürs Leben notwendig ist, also Miete, Strom, Gas, Telefon, notwendige Versicherungen pp. Vorhandene Vermögensgegenstände verkaufen, aber nicht innerhalb der Familie. Falls ein Auto vorhanden ist auch verkaufen und von dem Erlös durch eine vertrauenswürdige Person (Mutter, Vater oder so) ein neues kaufen lassen, dass dann genutzt wird. Man kann natürlich auch das jetzige Fahrzeug verkaufen und die Eltern kaufen es von einer driten Person wieder. Darf nur nicht auffallen.

Good luck
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Es grüßt der Alte
 

martin77

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Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #2 am: 22. Juni 2011, 12:01:49 »

Vielen Dank erstmal für deinen Kommentar.
Also mein Auto ist mittlerweile 18 Jahre alt und
kaum noch was wert, glaube nicht das sie das pfänden.
Ich habe deshalb von einem Vergleich gesprochen weil mir der
Anwalt am Telefon gesagt hat das die Chancen nicht so schlecht sind.
Wären ja in 6 Jahren zumindest 18000, bzw 21000 in 7 Jahren wenn ich
z.B ein Jahr länger zahle.
Bei einer Insolvenz würde es evtl. gar nichts geben, je nacdem wie
sich das mit dem Nebenjob entwickwelt.

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Der_Alte

Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #3 am: 22. Juni 2011, 14:17:21 »

Ohne Die die Illusion nehmen zu wollen, aber warum sollten die darauf eingehen. Ich habe fast 1000 € im Monat angeboten bei kanpp 200000 € Forderungen und war damals 50 Jahre alt - nicht ein Gläubiger hat das Angebot angenommen. Jetzt in der Inso bekommen sie natürlich erheblich weniger. Eine der Banken hat nicht einmal angemeldet.

Also mit Deinem Alter von 37 ist für die Gläubiger noch mehr zeitliche Luft drin, warum also auf 6 oder 7 Jahre  binden lassen.
Natürlich, Versuch macht klug; aber ich sehe die Chance nicht sehr realistisch.
Wenn Du den Anwalt beauftragst vereinbare gleich, dass er den außergerichtlichen Einigungsversuch nach § 305 InsO macht, damit Du nachher nicht nochmal von vorn anfangen musst.

Insolvenz ist für Banken günstiger, dagegen sind die versichert und bekommen ihr Geld auf einmal. Warum dann auf Vergleiche eingehen?
Gespeichert
Es grüßt der Alte
 

martin77

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Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #4 am: 22. Juni 2011, 14:51:16 »

Sind Banken da immer gegen versichert? Auch bei so kleinen Fischen
wie ich es bin? Ich habe mich damit noch nicht so lange befasst,deshalb
muß ich auch wenn es naiv klingt nochmal nachfragen.
Meine letzte Umschuldung ist weil sie auf wackligen Beinen stand,
erst von der dritten Bank genehmigt worden.
Warum haben die anderen beiden abgelehnt, so ein Wackelkanditat
wäre doch ein gefundenes fressen da kann man hoffen das der bald
nicht mehr zahlen kann und man das geld sofort von der versicherung bekommt.
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Der_Alte

Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #5 am: 22. Juni 2011, 15:05:15 »

Na ja, nicht jeder Wackelkandidat geht in die Insolvenz und Kunden mit schlechter Bonität sind nicht bei allen Banken gern gesehen. Und mit seinerzeit etwa 700 € Pfändungsbetrag (ich gehe davon aus, dass keine Ehefrau pp. gerechnet werden muss) ist das schon ein gefundenes Fressen für manche Banken, weil ja jeden Monat schön Zinsen dazukommen. Anderen passt dieses Geschäftsmodell aber nicht und deshalb gibt es da keinen Kredit.

Ob wirklich jede Bank entsprechend versichert ist? Es wird jedenfalls immer wieder behauptet, wobei es sicher nicht um die kleinen Fische geht, sondern als grundsätzliche Absicherung des Unternehmens. Also nicht der Einzelkredit, sondern vermutlich das Gesamtgeschäft. Wobei natürlich die auch aufpassen mussen, dass sie nicht zuviele Insolvenzen haben, dass treibt dann doch die Prämie hoch.
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Achdujeh

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Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #6 am: 22. Juni 2011, 15:09:38 »

Sind Banken da immer gegen versichert?
Ich hatte einen ehrenamtlichen Schuldnerberater, der war vorher im Bankenbereich als Controller tätig. Den hatte ich genau das gefragt, und der hat nur den Kopf geschüttelt und das für Unsinn erklärt. Angsichts der niedrigen Ausfallquote würden sich die hohen Prämien für die Banken meistens gar nicht lohnen.

In Schuldnerkreisen kursiert das allerdings, dass die Banken versichert seien und ihr Geld sowieso kriegen. Bei meiner Haubank hat man mir allerdings auch glaubhaft versichert, dass man leider auf dem Schaden sitzen bleiben würde.

FG Achdujeh

« Letzte Änderung: 22. Juni 2011, 16:10:04 von Achdujeh »
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martin77

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Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #7 am: 22. Juni 2011, 15:13:43 »

Mußte keine Ehefrau mitgerechnet werden....
Also der pfändungsbetrag war mit Nebenjob natürlich tatsächlich bei
700 und ohne bei ca.400.
Mehr als abwarten was der passiert kann ich ohnehin nicht machen,
werde jetzt erstmal die Gesundheit in Vordergrund stellen.
Bediene schon siet ca. 10 Jahren kredite und bin bisher niemandem
etwas schuldig geblieben, aber jetzt geht es leider nicht mehr anders.
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Der_Alte

Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #8 am: 22. Juni 2011, 16:52:28 »

Ich kenne die Situation aus eigenem Erleben und kann Dir versichern, dass es unendliche Ruhe bedeutet, wenn erst einmal das Insolvenzverfahren eröffnet ist. Dann muss man sich nicht mehr mit den Forderungen und den daruas resultierenden Schreiben rumärger, sondern lebt ruhig und zufrieden von seinem unpfändbaren Einkommen.
Und in 6 Jahren ist alles vorbei.
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martin77

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Re: Jetzt wird es ernst
« Antwort #9 am: 22. Juni 2011, 18:42:42 »

Glaube ich dir...
Werde trotzdem versuchen eine Einigung zu erzielen,
auch wenn eine Insolvenz wahrscheinlich einfacher wäre
und ich viel weniger bezahlen müsste.
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