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Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

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Autor Thema: AGE besser als PI!?  (Gelesen 2251 mal)

kannnichzahlen

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AGE besser als PI!?
« am: 03. März 2009, 21:09:01 »

Hallo an alle!

Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier (fast)jeder nur das Ziel hat, in die PI zu kommen! Ich will die auf alle Fälle verhindern. Die PI nur als absolute Notlösung anstreben. Eine außergerichtliche Einigung hat doch viele Vorteile gegenüber der PI! Bei einer PI kann ich doch praktisch 7 J. nur mit Fesseln den Konsum genießen. Bei der PI krieg ich kein Dispo, stehe negativ in der Schufa, krieg keine Kreditkarte, kann nix auf Pump kaufen usw. usw! Nicht, dass ihr meint, dass ich nach der AGE  nun wieder von vorne mit den Schulden anfange (nee, so blöd bin ich nur einmal, dass ich geschlossene Immo-Fonds kaufe). ICh hab das "Glück", dass ich wesentlich mehr als die Pfändungstabelle hergibt an meine Gläubiger zahlen kann. Darum hoffe ich ja, dass die AGE vollzogen wird.
Oder gibt es wirklich nachvollziehbare Gründe, warum man eine PI einer AGE anstreben sollte?
Oder hab ich einen Denkfehler und bei der AGE habe ich auch Fesseln? Aber welchen Vorteil hätte die denn dann?

Gruß R
« Letzte Änderung: 03. März 2009, 21:11:22 von kannnichzahlen »
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tawi

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #1 am: 04. März 2009, 08:39:59 »

Hallo,

Dein Eindruck täuscht!!!!

Nicht jeder hat das "Glück", den oder die Gläubiger über das Maß hinaus zu befriedigen und ich wünsche Dir, dass es für Dich auch so bleibt. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich aussergerichtlich zu einigen; ganz einfach, weil ihm das nötige Kleingeld fehlt. Nicht jeder hat einen so einträglichen Job wie Du ihn wohl hast.

Gläubiger sind Stress pur und für viele hier ist es die einzigste rettende Möglichkeit, um wieder am normalen Leben teilnehmen zu können. Es fängt bereits mit der Eröffnung der PI an. Keine Angst mehr vor Mahn- oder Vollstreckungsbescheiden haben, keine Besuche mehr vom Gerichtsvollzieher, die Aussicht auf ein schuldenfreies Leben etc.

Ich hoffe für Dich, dass Du nie arbeitslos oder krank wirst.

Gruß

tawi

 

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lucca_m

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #2 am: 04. März 2009, 08:54:04 »

Wäre ich Gläubiger nud wüsste, dass Sie mehr Zahlen können als die Tabelle "hergibt" würde ich mich auf keinen Vergleich einlassen. Wozu auch. Ich bekomm dann mein Geld halt 2Jahre später, dafür aber komplett. Wenn Sie denn so gut verdienen, wieso vereinbaren Sie keine Ratenzahlung oder nehmen ein entsrechendes Darlehen auf.

Sie haben da offensichtlich einen kleinen Denkfehler. Man kann nicht zwischen Einigungsverscuh und PI wählen. Je nahc persönlciher Situation ergibt sich das eine oder das andere.
Zu Ihrer Konsumgeniesser-Befürchtung: Den Konsum können Sie auch in einer Insolvenz geniessen. Wozu brauchen Sie Kredite?
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kannnichzahlen

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #3 am: 04. März 2009, 13:31:38 »

Hallo Tawi,

wenn es so einfach ginge einen Kredit zu bekommen, dann hätt ich das schon gemacht! Meine Schulden sind so hoch, da kriegste nich einfach so´n Kredit. Damit ich wieder Land sehen kann, bleibt für mich nur die AGE oder die PI. Ganz egal wieviel jeder verdient, wenn mir z.b. 100€ gepfändet werden müssten, ich aber bereit bin 125 bis 150 zu zahlen, dann hat der Gläubiger doch wesentlich mehr davon? Und jetzt erzählt mir hier keiner, dass man den einen oder anderen € nicht mehr bezahlen könnte! Notfalls trage ich Zeitungen aus! Ich, der vollbeschäftigt bin muss natürlich nebenbei arbeiten, um eben mehr bezahlen zu können als die P-Tabelle hergibt. Das bin ich den Gläubigern schuldig!!! Ich kann auch nur hoffen, dass meine zahlreichen Gläubiger damit zufrieden sind. Ansonsten steht nur noch die PI als Ausweg. Körperlich und seelisch bin ich an der Grenze.

Wozu braucht man Kredit? Ja, vielleicht für ein Fortbewegungsmittel? Ich wohne nun mal 90 km von meiner Arbeit entfernt. Und wenn meine Frau nicht im Ort einen Job hätt, wär ich schon lange dahin gezogen, um das Auto einzusparen.

Ich verstehe aber jeden, der die PI aus dem einen oder anderem Grund möchte. Wenn mein Eindruck mich getäuscht hat, dann bitte ich um Entschuldigung. Ich drücke allen die Daumen, dass es ein gutes Ende nimmt!

"Wäre ich Gläubiger nud wüsste, dass Sie mehr Zahlen können als die Tabelle "hergibt" würde ich mich auf keinen Vergleich einlassen. Wozu auch. Ich bekomm dann mein Geld halt 2Jahre später, dafür aber komplett. Wenn Sie denn so gut verdienen, wieso vereinbaren Sie keine Ratenzahlung oder nehmen ein entsrechendes Darlehen auf."

Nee Lucca, da haste wohl einen Denkfehler. Wenn die Gläubiger sich nicht auf ein bisschen mehr verständigen können, dann ist ja die PI der Ausweg!!! Glaube mir, wenn es nur "2 Jahre länger" wären, hätt ich nich die Probleme, die ich ja eben habe. Wieso ich keine Ratenzahlung vereinbare? Weil ich dann 20 Jahre lang soviel bezahlen müsste, dass nicht mal zu Weihnachten ein Strauß Blumen für meine Frau übrig sein würde. Ich verdiene "nicht so gut", dass ich mal eben 500€/Mon wirklich übrig hätt. Ich habe 2550€(o,Kindergeld), 3 up, 234€ nach der Pfändungstabelle, könnte 300 zu zahlen. Hatte sonst 900 für die Kredite bezahlt.

Gruß R   
« Letzte Änderung: 04. März 2009, 13:51:11 von kannnichzahlen »
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Hoppeldiballett

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #4 am: 04. März 2009, 14:05:00 »

Ich hätte auch lieber die AGE gehabt,  fühle mich damit freier, selbstbestimmter. Aber die Bank, die meinem Mann vor Jahren so großzügig  einen Existenzgründerkredit gegeben hat und mich als Bürgin unterschreiben ließ, hatte für einen excellent und fair ausgearbeiteten Vorschlag, nur ein 'nein'. Evtl., weil ich nur in Teilzeit arbeite und unterhalb der Pfändungsgrenze verdiene. Mein Mann zahlt aber einiges ab. Die Bank hat angekündigt, mir Vollzeitstellen nachzuweisen und droht mit der Versagung der RSB, wenn ich nicht nachweise, dass ich michintensiv um einen Vollzeitjob kümmere.  Dabei bin ich froh, dass ich einen Job habe.
Nun in der Insolvenz fühle ich mich darin bestätigt, dass man nur gegängelt wird. Wir haben Pech mit der TH, die uns zugeteilt wurde. Sie will nur die Insolvenzmasse füllen, alles andere ist egal. Wir bekommen nicht einmal die nötigen Informationen, die wir brauchen. Im Augenblick geht es insbesondere um unser finanziertes Auto. Wir dürfen die Raten nicht weiter bezahlen, die Bank will das Auto zurück, dabei brauchen wir es beruflich.
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Feuerwald

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #5 am: 04. März 2009, 14:19:26 »


Man darf nicht unbedingt ein menschlich-sachlogisches Denken voraussetzen. Die meisten außergerichtlichen Einigungsversuche, die ja vor  jeder Verbrauchehrinsolvenz obligatorisch durchzuführen sind, scheitern selbst dann, wenn die Gläubiger im AEV besser gestellt werden als im Verfahren.

Der außergerichtliche Einigungsversuch (AEV) und das Absegnen des Scheiterns durch eine nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO anerkannte Stelle/Person kostet vor allem Zeit und somit Geld und davon leben vermutlich so einige tausend festbesoldete Berater und Beraterinnen in den öffentlichen und caritativen Beratungsstellen sowie eine zunehmende Zahl gewerblicher Berater/innen in profitorientierten Beratungsstellen. Ein Geschäft im Wettbewerb und den Schuldner.   

Ich würde sagen in über 95 % der Fälle könnte man sich diese Arbeit und diese Kosten (ca. 300 – 600  Euro) sparen.  Der AEV ist m.E. ein lobby-politisch in der Insolvenzordnung verankerter Beschäftigungsaktivismus.  Schließlich darf sich jeder  Verbraucher ohne "Beistand" über beide  Ohren verschulden, wenn es aber darum geht, für sich die Insolvenzfrei zu entscheiden, muss ein stempelberechtigter "Beistand" her, der wie beschrieben einen AEV unternimmt, der eh zum Scheitern verurteilt ist.  Na ja, wie mit der Ehe, heiraten geht flott, sich trennen kostet hingegen eine Stange Gerichts- und Juristengebühr.

Sehr viel Hoffnung auf den Erfolg eines AEV würde ich daher an dieser Stelle nicht machen wollen, auch wenn die Gläubiger mit ein paar Euro besser gestellt werden. 

Letztendlich hat man keine Wahl, der AEV ist durchzuführen, erst dann kann die Verbraucherinsolvenz beantragt werden.

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kannnichzahlen

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #6 am: 04. März 2009, 15:48:33 »

*schluck*...
Oh man, ich halte euch ja auf dem Laufenden! Also bis eben war ich im festen Glauben, das eine AGE für alle Parteien nur das beste sein kann. Auch mein Anwalt redet nur von der AGE und meint, wenn alle Stricke reißen is ja immer noch die PI da! Auf alle Fälle kommt in den nächsten Tagen ein Mahnbescheid ins Haus, dass wurde mir schriftlich durch den Gläubiger-Anwalt mitgeteilt... Also ich bin ledig, sage nur eben Frau statt Freundin, ich alleine bin für den Sch**** verantwortlich. Ich würd liebend gerne auch 10 statt 7 Jahre zahlen, wenn ich diese Schulden endlich los werden würde. Alles kommt bei mir so langsam in die Jahre. TV, Waschmaschine, Kühlschrank, Auto, Betten etc, etc, alles hat min. 10J. auf dem Buckel. Der Trockner is bereits im Ar***, habe mir einen gebr. für 50 geholt, wie lange der hält, weiß ich auch nich. Ich möcht nich den SuperGAU erleben, dass meine PKW den Geist aufgibt, dann hab ich noch größere Probleme als jetzt...

Gruß R 
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Feuerwald

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #7 am: 04. März 2009, 16:48:13 »

der Erfolg des AEV hängt sicherlich auch vom Maß des Engagements der Berater/innen ab.  Meist nur nur der "PC" bemüht, der halt einen Standartschreiben und einen Plan/Prognose von der Stange generiert und das war es dann.

Großartig verhandelt und nachgebohrt wird i.d.R. nicht.

Meine Erfahrung: Man kann mit entsprechenden Engagement und hartnäckigem Hinterhergehen und Nachfassen (schriftlich, telefonisch, persönlich) durchaus auch Erfolg bei den Gläubigern haben. Nur wer bezahlt das? Öffentliche Kassen zahlen immer das nötigste mit Ergebnis, dass man sich die Mühe schenken kann. Privatpatienten die so gut wie pleite sind, können sich den Luxus der besonderen Behandlung leider auch nicht leisten.

Wenn Ihr Anwalt für Sie mehr als nur einen PC-Schreiben „Leistet“, kann der AEV evtl. ja erfolgreich verlaufen. Es reicht ggf. schon eine zustimmend Kopf-/Summenmehrheit um dann im gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanverfahren einzelne, ablehnende Gläubiger durch die richterliche Zustimmungsersetzung in den Plan zu zwingen.
 
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MissTraut

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Re: AGE besser als PI!?
« Antwort #8 am: 04. März 2009, 21:41:17 »

Hallo,

in meinem Fall ist AEV außergerichtlich gescheitert. Inso-Antrag eingereicht und was macht das Gericht: Richtig, es hält es auch für ratsam, über einen Vergleich die Inso zu vermeiden, ergo werden die Gläubiger erneut angeschrieben und was soll ich sagen: es wurde wieder abgelehnt und so kam es letztlich zur Eröffnung der Insolvenz. Damit habe ich leider vom Zeitpunkt der Abgabe des Insolvenzantrages bis zur Eröffnung fast ein ganzes Jahr verloren, denn die Frist läuft eben erst ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Ich hatte das Glück einer tollen IV, die es ebenfalls nicht verstehen konnte, dass es dann doch zur Eröffnung der Insolvenz gekommen ist und mir zahlreiche Tipps gegeben hat, sich mir gegenüber auch absolut fair verhält, falsch eigentlich macht sie nur das was sie auch "Kraft ihres Amtes" machen darf.

LG
MissTraut
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