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Autor Thema: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt  (Gelesen 4892 mal)

Helga_n

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Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« am: 04. August 2010, 05:49:15 »

Hallo,

ich bin neu hier und möchte kurz unseren Fall schildern.

Unsere Familie wohnt seit ein paar Jahren in Perth in Australien. Wir haben hier eine Daueraufenthaltsgenehmigung.

Unseren Altbau in D haben wir leider vor unserer Auswanderung nicht mehr verkaufen können, weil da schon die Preise in den Keller gingen. Wir haben daher vermietet mit der Hoffnung, später verkaufen zu können.

Leider ist das Anwesen inzwischen praktisch unverkäuflich. Die Hypothek beträgt ca. 110.000 Euro. Und der Wert ist inzwischen Null, wurde uns von der Bank in D gesagt. Bzw. ein Negativwert, wenn man vom Grundstückwert die Abrißkosten abzieht.

Der Mieter in D zahlt schon lange keine Miete mehr, und wir konnten von hier aus keine Hyptohekenrückzahlung leisten.

Inzwischen sind auch die eigentlich vomn der Miete zu zahlenden kommunalen Abgaben Grunsteuer, Wasserrechnugnen usw. alles an uns als Hauseigentümer gegangen und entsprechend wächst unser Schuldenberg in Deutschland an.

Hier in Australien sind wir zur Zeit ohne Arbeit und beziehen Sozialhilfe.

Die Bank in Deutschland will gerichtlich gegen uns vorgehen. Und die Immobilie verwerten (was uns ja ganz recht wäre)

Auf unseren Schuldenberg kommen nun monatlich immer erhebliche Zinsen drauf, und man kann schon ausrechnen, wann wir mit einer Mio. in der Kreide stehen werden.

Daher wäre eine Insolvenz wohl angebracht.

Wir können uns auch gar nicht um das Haus kümmern, das in Kürze leer stehen und wohl verrotten wird, da die Sozialhilfe hier in Australien nicht so hoch ist, wie Harz 4 in Deutschland, sondern praktisch nur für Brot und Wasser reicht, so ähnlich jedenfalls.

Können wir in Deutschland Insolvenz anmelden, obwohl wir in Australien sind?

Oder eine Insolvenz in Australien, die dann in Deutschland wirkt.

Ein Flug nach Deutschland ist ja wegen fehlender Mittel nicht möglich. Es kann zwar sein, dass die alten Eltern demnächst mal ein Ticket schicken, weil sie uns gern sehen möchten, aber das wären dann höchstens 3 Wochen in Deutschland, nicht genug für ein Insolvenzverfahren. Dann müssten wir sowieso zurück, weil unsere Kinder in die Schule müssen hier in Perth.

Bei den Eltern sollten wir noch anmerken, dass mein Mann und ich je noch ein lebender Elternteil haben, beide um die 90 Jahre, und wir von beiden Seiten je eine Hälfte eines Hauses erben werden. Wir haben beide je ein Geschwister in D.

Mein Bruder wird in dem geerbten Haus auf jeden Fall bleiben wollen, während das Haus, was mein Mann erbt, zusammen mit seiner Schwester, nicht benötigt und dann verkauft wird. Vielleicht ist das ja für die Beurteilung des Falles wichtig.

Ja, so viel zunächst mal.

Wir würden uns freuen, wenn jemand einen Rat dazu geben könnte.

Vielen Dank
Helga aus Perth in Australien
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Insokalle

Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #1 am: 04. August 2010, 10:51:08 »

„Können wir in Deutschland Insolvenz anmelden, obwohl wir in Australien sind?“ Nein

„Oder eine Insolvenz in Australien, die dann in Deutschland wirkt.“ Keine Ahnung, vor Ort erkundigen.

„Der Mieter in D zahlt schon lange keine Miete mehr, und wir konnten von hier aus keine Hyptohekenrückzahlung leisten.“
Der Mieter verarscht Sie doch. Mietvertrag kündigen, Räumungsklage und per GV räumen lassen. Ggf. PKH beantragen.

„Mein Bruder wird in dem geerbten Haus auf jeden Fall bleiben wollen, während das Haus, was mein Mann erbt, zusammen mit seiner Schwester, nicht benötigt und dann verkauft wird. Vielleicht ist das ja für die Beurteilung des Falles wichtig.“
Ja. Denn hier lässt sich mögl. mit einem Testament eine Regelung finden, damit Ihr Erbteil nicht gleich bei den Gläubigern landet und auch die Geschwister verschont bleiben. Sie sollten sich unbedingt beraten lassen.

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Helga_n

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #2 am: 04. August 2010, 11:34:30 »

Vielen Dank, Insokalle!
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Miau

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #3 am: 05. August 2010, 15:35:18 »

Hallo,
den Tread kann doch jeder selber lesen, ein erneutes kopieren ist nicht notwendig. Paps

(1) auf gar keinen Fall in Deutschland anmelden, denn bis zur vollständigen RSB dauert es 6 Jahre
(2) versuchen die Staatsbürgerschaft zu wechseln, von Deutsch auf Australisch
(3) falls Sie es irgendwie hinbiegen könnten in Großbritanien die Insolvenz anzumelden, dann wären Sie nach 1 Jahr schuldenfrei.
=> ich denke, Sie sprechen Englisch? Dann lassen Sie sich in Australien pro forma scheiden, heiraten Sie pro forma einen Briten, melden dann in UK oder irgend einer der vielen kleinen Inseln, die noch zum Commonwealth gehören und auf denen britisches Recht gilt, Inso an, warten 1 Jahr bis die RSB kommt und lassen das ganze dank EU-Gesetze auch in Deutschland anerkennen. Danach lassen Sie sich vom Briten scheiden und heiraten wieder in Australien ihren jetzigen Ehemann.
(4) ansonsten wurde ja schon erwähnt, Räumungsklage etc. aber das kostet Sie nur unnötig Zeit und Geld.
« Letzte Änderung: 05. August 2010, 19:57:55 von paps »
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Hoffnung

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #4 am: 05. August 2010, 15:49:48 »


auch hier, je kürzer, um so mehr Speicher für wichtige Antworten. Paps


Soll man DAS jetzt kommentieren oder nicht :gruebel:? Ich glaub, ich lass es lieber...
« Letzte Änderung: 05. August 2010, 19:59:13 von paps »
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lucca_m

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #5 am: 09. August 2010, 07:51:22 »

Da hat wohl jemand altes Dope erwischt.

@Helga:
In welcher Region steht das Haus?
Wieso kommen Sie nicht zurück, wenn Sie in Australien von Brot und Wasser leben müssen? Hier könnten Sie "umsonst" wohnen. Würden Ihre Eltern noch in den Lebensabend begleiten und sich um Ihre Verbindlichkeiten kümmern. Es gibt kein besseres Insolvenzverfahren als das Deutsche. Das primäre Ziel ist nicht die Schuldenfreiheit sonder ein ruhiges, geregeltes Leben. Das haben Sie sofort ab Insolvenzeröffnung.
´
Nach der Eröffnung können Sie wieder nach Australien ziehen.
"Goodbye Deutschland"
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Helga_n

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #6 am: 11. August 2010, 04:50:51 »

Danke lucca_m, das Haus steht ungefähr Südniedersachsen auf dem Lande.

Meines Wissen dauert die Einleitung eines Insoverfahrens ein halbes Jahr oder länger. Ein Umzug mit einer 4-köpfigen Familie nach D für diese Zeit wäre sehr teuer und aufwändig und unbezahlbar für uns. Wie sind als Ehepaar Schuldner, somit reichte es auch nicht, wenn einer nur käme.

Abgesehen davon dürfte durch Kinder aus der Schule nehmen und ein halbes Jahr bei Verwandten in der Abstellkammer wohnen die Nerven ziemlich ruinieren.

Wir bauen hier auch gerade eine neue Existenz auf als Selbständige, kurz vor dem ersten Umsatz nun, was dann wieder zum Stillstand käme, und die Vorarbeiten wären umsonst gewesen.

Inzwischen ist hier ein erstes Inkasso-Unternehmen beauftragt aus Deutschland aufgetaucht, das heißt, wir werden hier gepfändet und dann hier Inso anmelden. Die dauert 5 Jahre.

Zu den anderen Tips oben. Mein Mann ist bereits Australier, die Kinder sowieso, und ich könnte es sofort werden, wenn es sinnvoll wäre.

Und was da zum Testament gesagt wurde oben, vielen Dank, das werden wir in Angriff nehmen. Also testamentarisch festlegen, dass wir nichts erben.

Das mit dem Großbritannien-Vorschlag müsste ich nochmal erforschen, natürlich sind wir hier Untertanen der Königin und könnten dort wohnen, oder mindestens eine Adresse haben.

Also vielen Dank an alle, die kommentiert haben, wir denken weiter nach und sind natürlich weiterhin offen für alle Vorschläge. Wir sind allerdings nur alle paar Tage mal online.

Grüße aus Perth, Eure Helga
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ThoFa

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #7 am: 11. August 2010, 09:48:10 »

Hallo,

=> ich denke, Sie sprechen Englisch? Dann lassen Sie sich in Australien pro forma scheiden, heiraten Sie pro forma einen Briten, melden dann in UK oder irgend einer der vielen kleinen Inseln, die noch zum Commonwealth gehören und auf denen britisches Recht gilt, Inso an, warten 1 Jahr bis die RSB kommt und lassen das ganze dank EU-Gesetze auch in Deutschland anerkennen. Danach lassen Sie sich vom Briten scheiden und heiraten wieder in Australien ihren jetzigen Ehemann.

 :gruebel: also ich würde es ja ganz anders machen.

Von Australien ist es doch nur ein Katzensprung nach Indonesien und von dort dann quasi fußläufig China zu erreichen. Über Nepal und Indien erreicht man ganz zügig Pakistan. Von dort schlägt man sich über Turkmenistan und Kasachstan nach Russland durch. Jetzt beginnt der schwierige Teil.
Man versucht in die Nähe der zur Zeit in Russland herrschenden Brände zu kommen und schmeißt dort alle Unterlagen bezgl. der Schulden rein. Damit sind die schon mal weg. Mit einem Regentanz rund um die Kernkraftwerke sorgt man dafür, dass alle Brände gelöscht werden und wird dadurch Ehrenbürger von Russland.   
Nach einen langen Gespräch mit Putin, wird man zum Insolvenzminister von Russland ernannt und beschließt in einer Nacht- und Nebelaktion, dass alle Schuldner dieser Welt, die Ihre Unterlagen seinerzeit in die Brände geschmissen haben, mit sofortiger Wirkung die Restschuldbefreiung erhalten. Fertig! 

MfG

ThoFa
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Helga_n

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #8 am: 04. September 2010, 05:16:52 »

Hallo Miau,

darf ich da nochmal nachfragen?

Geht das mit der englischen Insolvenz auch in britischen Überseegebieten. Da gibt es welche, die nicht so weit weg sind, und dort ein Jahr wohnen und arbeiten könnten wir ohne Probleme.

Wenn ein solches Gebiet allerdings zu EU gehören müsste, käme nur Gibraltar in Frage.

Wissen Sie von jemandem, der sowas tatsächlich schon mal gemacht hat?

Ich finde im Internet immer nur ziemlich teure Angebote von dubiosen Firmen, die möglicherweise Bauernfänger sind.

Danke

Helga


Hallo,
den Tread kann doch jeder selber lesen, ein erneutes kopieren ist nicht notwendig. Paps

(1) auf gar keinen Fall in Deutschland anmelden, denn bis zur vollständigen RSB dauert es 6 Jahre
(2) versuchen die Staatsbürgerschaft zu wechseln, von Deutsch auf Australisch
(3) falls Sie es irgendwie hinbiegen könnten in Großbritanien die Insolvenz anzumelden, dann wären Sie nach 1 Jahr schuldenfrei.
=> ich denke, Sie sprechen Englisch? Dann lassen Sie sich in Australien pro forma scheiden, heiraten Sie pro forma einen Briten, melden dann in UK oder irgend einer der vielen kleinen Inseln, die noch zum Commonwealth gehören und auf denen britisches Recht gilt, Inso an, warten 1 Jahr bis die RSB kommt und lassen das ganze dank EU-Gesetze auch in Deutschland anerkennen. Danach lassen Sie sich vom Briten scheiden und heiraten wieder in Australien ihren jetzigen Ehemann.
(4) ansonsten wurde ja schon erwähnt, Räumungsklage etc. aber das kostet Sie nur unnötig Zeit und Geld.

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Reinhard1964

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #9 am: 01. Mai 2012, 13:33:31 »

Also ich habe den Weg nach England geschafft.
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Feuerwald

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Re: Insolvenz, wenn man im Ausland wohnt
« Antwort #10 am: 01. Mai 2012, 14:15:02 »

Es gibt erste Urteile, die  "Insolvenz-Touristen"  die erlangte GB-RSB in Deutschland wieder aberkennen.
 

 
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