"

Schulden und Insolvenz Hilfe Forum

Bitte logg dich ein oder registriere dich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Hinweis zum Zitieren von Beiträgen:
Aus Gründen der Übersichtlichkeit sollte nicht der komplette Beitrag eines Users zitiert werden, sondern lediglich der Teil, auf den man sich bezieht. Die Kombination "@ [Username]" kann beim Zitieren ebenfalls hilfreich sein.

Autor Thema: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung  (Gelesen 4391 mal)

MissShadow

  • Newbie
  • *
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4
Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« am: 13. September 2012, 20:19:22 »

Hallo zusammen,

ich habe mich mal durch gesucht....aber irgendwie finde ich nicht das richtige.....könnt ihr mir vllt helfen?  :rougi:

Also folgendes....ich war bereits bei der Schuldnerberatung, es wurden alle Gläubiger angeschrieben und am 25. (also in 2 Wochen) soll ich zum Insolvenzantrag unterzeichen vorbei kommen.

Also ich heute von der Arbeit kam lag ein netter Brief im Briefkasten vom Gericht....bei meinem Arbeitgeber wurde mein Gehalt gepfändet..... :sad:

Was nun?
Kann mein Arbeitgeber mir daraus nen Strick drehen? Ich habe nur einen Zeitvertrag und hatte eigentlich auf Verlängerung gehofft, das werd ich wohl nun vergessen können oder?
Und soll ich gegen diese Lohnpfändung irgendwie Wiederspruch einlegen?

Ich hab keine Ahnung was ich jetzt machen muss/soll!

Könnt ihr mir sagen wie ich mich jetzt am besten verhalte? Direkt mit dem Chef darüber reden? Der Schuldnerberatung bescheid geben? Wiederspruch einlegen? Gar nix tun?  :dntknw:

Lieben Gruß
MissShadow
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #1 am: 13. September 2012, 20:29:33 »

Hallo MissShadow,

eine Lohnpfändung ist KEIN Kündigungsgrund oder ein Grund der berechtigt deswegen Ihnen nicht zu verlängern.

Manchen Arbeitgebern kann dies übel aufstoßen wobei Sie andere Gründe zur Kündigung suchen, wenn der Arbeitgeber ganz mies ist, bzw. kann der Arbeitgeber Ihren Vertrag auslaufen lassen ohne was zu den Gründen zu sagen.
Ich habe damals meinen Chef über evnt. bevorstehende Pfändungen informiert, bei der Firma wollte ich ohnehin nicht bleiben(Lohnprobleme, Arbeitszeitverletzungen ect.)
Ich erhielt eine Rede, aber man konnte mir keinen Strick draus drehen.

Ob Sie wiederspruch einlegen können weiß ich nicht.
Da werden Sie aber sicherlich bald auch die ein oder andere Antwort zu bekommen.

Gespeichert
 

tomwr

Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #2 am: 13. September 2012, 20:42:11 »

Natürlich können Gläubiger bis zur Eröffnung der Insolvenz Pfändungsmassnahmen einleiten, auch im Falle einer außergerichtlich versuchten Einigung über eine Schuldnerberatung. Das kann man dann sozusagen als eine subtile Form der Ablehnung des Plans auslegen. Bei Lohnpfändugn geht es sozusagen immer darum, wer der erste ist. Der schnelle Vogel fängt den Wurm. Bis zur Eröffnung des Verfahrens (was ja mehrere Monate dauern kann) kann sich der Gläubiger Vorteile sichern.

Sofern ein titulierter Anspruch (Urteil) vorliegt, macht ein Widerspruch wenig Sinn und ist kaum erfolgversprechend. Eine Pfändung ist an und für sich kein Grund für eine Kündigung. Das kommt halt ganz auf den Arbeitgeber an. Ein persönliches Gespräch kann durchaus hilfreich sein und auch der Hinweis auf ein unmittelbar bevorstehendes Insolvenzverfahren. So bekommt der AG den Eindruck, dass man die Schulden nicht einfach achselzuckend vor sich herschiebt sondern sich aktiv um eine Besserung bemüht, seine finanziellen Verhältnisse also wieder in den Griff kriegen will. Besser wäre es natürlich gewesen, den Arbeitgeber im Vorfeld zu informieren, da er durch die Einleitung des Insolvenzverfahrens sowieso davon Wind bekommt. Sowas fördert halt eher das Vertrauensverhältnis als sich hinterher zu erklären.

Ich bin aber der Meinung, dass ein Schuldner in einem Insolvenzverfahren durch selbstbewußt auftreten kann und auch kein schlechtes Gewissen haben muss. Schließlich unternimmt er einen Weg aus der Krise. Die Insolvenz ist der entscheidende Schritt mit Schulden aufzuräumen und seine finanzielle Situation zu verbessern und Verantwortung für sein Leben und Handeln zu unternehmen und aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Das erfordert Mut und Zuversicht, Eigenschaften die ein Arbeitgeber sicherlich zu schätzen weiß.
« Letzte Änderung: 13. September 2012, 20:44:47 von tomwr »
Gespeichert
 

MissShadow

  • Newbie
  • *
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #3 am: 13. September 2012, 21:25:46 »

Vielen Dank erst einmal für eure Antworten....  :thumbup:

Also ich muss sagen, das ich schon bissi Grummeln im Magen hab wenn ich morgen an die Arbeit denke  :neutral: das alles ist mir total unangenehm.....

Wegen der Pfändung mach ich mir jetzt nicht unbedingt sorgen....also wegen dem finanziellem......bei meinem Hungerlohn und zwei Kindern die ich selbst versorgen muss wird diese Pfändung wahrscheinlich nicht greifen.....denke ich mal.....aber es ist mir einfach unangenehm das die Perso eben nun von meiner finanziellen Misslage bescheid weiß. Ich hausiere nicht gern mit meien Schulden  :sad:

Aber den Schuldenberater würdet ihr schon morgen anrufen und ihn darüber unterrichten oder?
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #4 am: 14. September 2012, 09:58:12 »

Ich bin bislang mit der ehrlichen Tour, überall da wo man es sowieso erfahren wird, sehr gut gefahren. Habe nirgendwo heurausgeschriehen und bin unüberlegt hingegangen.
Habe immer Situationsbedingt das Tehma zum passenden Zeitpunkt eingeführt.

Meine Bank(Sparkasse) gab mir sogar sofort eine Faxnummer wo der TH die Freigabe des Giros hinschicken soll, damit die das sofort wieder freischalten können.

Die Schuldnerberatung würde ich auf jedenfall informieren.
Den die Lohnpfändung, wie auch andere Pfändungen, wird im Insoantrag mit eingetragen!
Gespeichert
 

Spike

Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #5 am: 14. September 2012, 10:09:22 »

Hi MissShadow ,

spätestens bei Insoeröffnung würde dein Arbeitgeber eh bescheid bekommen, und somit sieh es mal so mit der Pfändung, so kannst du ihn schonmal im Vorfeld über dein Vorgehen informieren.

Und dein Vermieter bekommt sehr wahrscheinlich auch Post.

Mir selber war es Damals auch sehr " peinlich " , Heute denke ich, mir doch egal, hab ja kein Verbrechen begangen ;-)


MfG

Gespeichert
 

Insokalle

Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #6 am: 14. September 2012, 10:57:32 »

Bei den hohen Zahlen an Verbraucherinsolvenzen steht man nicht alleine da. Es ist keine ansteckende Krankheit und es steht einem nicht auf die Stirn geschrieben. In ländlichen Gegenden wird man vielleicht noch eine Weile schräg angesehen, aber das ist bald vergessen und wieder andere Themen verdrängen dies.
Der kölner und der tom haben es gut beschrieben. Die Info muss unbedingt zur SB, denn die Pfändung kann das Scheitern der außergerichtlichen Einigung bedeuten (§ 305a InsO), wenn das nicht schon feststeht. Außerdem muss sie in die Verzeichnisse eingetragen werden.
Erhält der Gläubiger wegen der Pfändung Zahlungen, muss er sie wahrscheinlich (teilweise) wieder an den TH zurückzahlen.
Gespeichert
 

communicator

Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #7 am: 16. September 2012, 16:33:35 »


Mir selber war es Damals auch sehr " peinlich " , Heute denke ich, mir doch egal, hab ja kein Verbrechen begangen ;-)


Das sehen manche aber ganz anders.

Ich musste mir von einem Arbeitgeber mal anhören, dass ich ein Verbrecher sei, wenn ich erst Schulden mache und dann einfach in die PI abhaue. Am liebsten hätte ich ihm die Fresse poliert so dass er unter einem halben Jahr Krankenhaus nicht mehr auf die Straße gegengen wäre - aber ich bin ja kein Verbrecher!
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #8 am: 16. September 2012, 16:39:34 »

...
Ich musste mir von einem Arbeitgeber mal anhören, dass ich ein Verbrecher sei, wenn ich erst Schulden mache und dann einfach in die PI abhaue. ...

Einen solch superschlauen Spruch durfte ich mir auch schon einmal anhören

Heute sage ich mir:
Die Personen haben keine Ahnung! Würde die gerne mal sehen wenn dennen soetwas geschieht.
Gespeichert
 

Claus123

  • weiß was
  • *****
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 154
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #9 am: 17. September 2012, 12:24:15 »

Claus-seit 10 Wochen mit erteilter RSB

....ja-ja,der Claus hat mal wieder was zu mäkeln....
Also-dieser Spruch stimmt doch irgendwo-schliesslich sind Verbindlichkeiten in irgendeiner Art und Weise aufgenommen worden,welche nun nicht mehr bezahlt werden (müssen). Im Klartext ist da schon was dran....-Flucht in die PI-....hat was an sich. Ich stimme dem zu!
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #10 am: 17. September 2012, 13:05:23 »

...
Also-dieser Spruch stimmt doch irgendwo-schliesslich sind Verbindlichkeiten in irgendeiner Art und Weise aufgenommen worden,welche nun nicht mehr bezahlt werden (müssen). Im Klartext ist da schon was dran....-Flucht in die PI-....hat was an sich. Ich stimme dem zu!
...


Also ich hätte die Verbindlichkeiten NIE und NIMMER aufgenommen wenn ich zudem Zeitpunkt hätte absehen können das ich in die PI muss, weil es nicht mehr anders ginge.

Unter einer Vorraussetzung müsste ich dem Spruch auch zustimmen:
Wenn man vorsätzlich Verbildlichkeiten eingeht mit dem Ziel jetzt angenehm leben zu können und zu einem späteren Zeitpunkt dann bewusst sagt:
So, leben ist schön, alles ich gesichert was ich sichern wollte, dann mal noch eben die lästigen Schulden abschütteln und sich zurücklehnen.

Mir doch egal.

Aber wer in die PI oder RI geht nachdem er noch alles mögliche versucht hat, um die Schulden selber zurückzahlen zu können, der flieht in meinen Augen nicht in die Insolvenz. Der zieht einfach die logische Konsequenz.


Also so veralgemeinern kann man das eben NICHT. Also nicht in meinen Augen.
Gespeichert
 

Claus123

  • weiß was
  • *****
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 154
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #11 am: 18. September 2012, 10:59:46 »

also,lieber Koelner,sind doch alles Wortspielereien!
Kannste oder willste Deine Schulden nicht bezahlen-gehste halt in die PI !
So einfach ist das doch. Muss mann nicht viel drumrumreden.
Gruss. Claus
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #12 am: 18. September 2012, 11:20:02 »

Ja Claus,
 aber es ist ein Unterscheid ob man nicht mehr kann oder will.
Vor denen die nicht mehr können hatte ich schon immer Respekt.
Vor denen die nicht mehr wollen habe ich gelinde gesagt keinen Respekt.

Ist eine "Wortspielerei" die zwar gering ist aber einen großen Unterschied macht.
Gespeichert
 

Claus123

  • weiß was
  • *****
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 154
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #13 am: 18. September 2012, 12:04:27 »

.....ein Insolvenzgericht legt keinen Wert auf diesen Unterschied-basta! Und um persönliche Meinungen geht's hier nicht.
Gruss. Claus
Gespeichert
 

koelner84

  • Gast
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #14 am: 18. September 2012, 13:01:54 »

Ja, das Insolvenzgericht hinterfragt nicht die Gründe.

Wenn es aber ganz Offensichtlich ist das jemand sowas vorhat/hatte wird die Inso aber nicht eröffnet bzw. geschloßen(darum gibt es nähmlich unter anderem § 290 InsO)

Also macht der Gesetzgeber/das Gericht schon einen Unterschied!
Da kannst du dich querstellen.
Obenstehender § deckt eben zu einen großen Teil solche Fälle ab die die Inso betreiben um eben was balast loszuwerden, und das wohl gewusst hatten. Zwar nicht alle aber einen großen Teil.

Und persöhnliche meinungen dürfen in einem Forum genannt werden, solange man die etikette wahrt und niemanden schadet.
Gespeichert
 

tomwr

Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #15 am: 18. September 2012, 13:08:54 »

.....ein Insolvenzgericht legt keinen Wert auf diesen Unterschied-basta!
So ist es aber auch nicht. Das Insolvenzverfahren soll nur dem redlichen Schuldner die Restschulden erlassen. Darauf hat auch das Insolvenzgericht zu achten und tut dies im Rahmen der Verfahrenskostenstundung (mit notwendiger Erwerbsobliegenheit) bzw. üebrläßt es auch den Gläubigern auf Einhaltung der Redlichkeit (Erwerbsobliegenheit) zu achten. Im Übrigen wird alles verfügbare Vermögen durch den IV verwertet.

Insofern macht es schon einen Unterschied ob man nicht kann oder nicht will. Dem Nicht-Wollen gebietet der IV in Verbindung mit den Gläubigern und dem Insolvenzgericht schon Einhalt. Nur Leute bei denen sowieso nichts zu holen ist und die auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen haben, bekommen im Grunde einen Freifahrtschein nach 6 Jahren. Ob man da mehrheitlich aber von Nicht-Wollen sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Gut schwarze Schafe gibt es immer und überall.
 :whistle:
Gespeichert
 

GelberHai

  • Jungspund
  • ***
  • Karma: 0
  • Offline Offline
  • Beiträge: 70
Re: Kurz vor Insolvenz...und nun Lohnpfändung
« Antwort #16 am: 18. September 2012, 17:30:11 »

.....Und um persönliche Meinungen geht's hier nicht.
Gruss. Claus

...das sollten Sie sich mal tunlichst selbst zu Herzen nehmen mit Ihren Äußerungen hier im Forum.......  :smoke:
« Letzte Änderung: 18. September 2012, 17:31:45 von GelberHai »
Gespeichert
________________________________________
Life is just a moment in space...
 
 

Privatinsolvenz - Insolvenz - Schulden - Webseitenschutz